Jg. 60, S. 37; Ausgabe 05 / 2026
Isotretinoin ist ein hochwirksames Retinoid (Vitamin-A-Derivat) zur Behandlung der Akne, das in mehrere pathogenetische Mechanismen eingreift. Aufgrund einer Reihe schwerwiegender Nebenwirkungen ist die systemische orale Applikation nur für schwere, therapieresistente Formen der Akne zugelassen und unterliegt speziellen Verschreibungsbedingungen (s. Tab. 1). In der Praxis wird jedoch die Indikation in Abwägung des meist hohen Leidensdrucks oft großzügiger gehandhabt, [...]
Jg. 59, S. 62; Ausgabe 08 / 2025
Gabapentinoide (Gabapentin und Pregabalin = GabaP) sind zugelassen für die Therapie von Epilepsie, neuropathischen Schmerzen und generalisierter Angststörung. Mehr als 50% der Verschreibungen gehen aber auf einen „Off-Label-Use“ zurück , wie „Restless-Legs“-Syndrom, Multiple Sklerose, diverse Schmerzsyndrome, Schlaflosigkeit, schwere Depression und bipolare Störungen , . Über GabaP und deren Risiken haben wir mehrmals berichtet . Bemerkenswerterweise hat [...]
Jg. 58, S. 65; Ausgabe 09 / 2024
In Deutschland starben im Jahr 2022 insgesamt 10.119 Menschen durch Suizid . Suizidversuche werden nicht systematisch erhoben, aber es wird geschätzt, dass auf jeden Suizid 15-20 Suizidversuche kommen . Rund 75% der Suizide werden von Männern begangen. Suizidversuche sind dagegen bei Frauen häufiger. Die geringere Letalität bei Frauen wird unter anderem mit der Präferenz für weniger [...]
Jg. 48, S. 49; Ausgabe 07 / 2014
Zusammenfassung: Ganz unterschiedliche Arzneimittel können als unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) depressive Störungen sowie Suizidideen und suizidale Handlungen auslösen, wobei depressive Störungen häufiger sind als Suizidideen und diese wiederum häufiger als suizidale Handlungen. Bei manchen Arzneimitteln ist dies eine zwar schwere, aber sehr seltene UAW, bei anderen kommt sie, wie z.B. bei Interferonen, relativ häufig vor. Der [...]
Jg. 45, S. 62b; Ausgabe 08 / 2011
Lithium ist eine wirksame Behandlung bipolarer Störungen. Es gilt als „Mood stabilizer”, dessen suizidpräventive Wirkung im Gegensatz zu vielen anderen Antidepressiva belegt ist (1). Der wesentliche Nachteil ist die geringe therapeutische Breite. Deshalb muss die Therapie mit Messungen der Serumspiegel exakt kontrolliert werden. Zu den zahlreichen, teilweise potenziell bedrohlichen UAW zählen u.a. Polyurie, Polydipsie, kardiale [...]