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Leserbrief

Zur strengeren Blutzuckersenkung beim Diabetes mellitus Typ 2

Dr. A.M. aus Korbach schreibt: >> Bei Ihnen ist eine gute Übersicht zu den Unsicherheiten bei der Diabetestherapie zu lesen (1). Ein Fehler hat sich allerdings eingeschlichen: Die Ergebnisse der ultralangen UKPDS-Folgestudien (meines Wissens gibt es nur eine) ermutigen keinesfalls zur Einstellung auf normnahe Blutzuckerwerte, sondern ermutigen allenfalls, eine Hypothese zu formulieren und diese dann durch eine Therapiestudie zu bestätigen oder zu widerlegen. Auch sollte in dieser Studie endlich einmal die Hauptklientel der behandelten Diabetiker (sprich die über 65-Jährigen) eingeschlossen werden. <<

Antwort: >> Die von Ihnen zitierte und im ARZNEIMITTELBRIEF besprochene UKPDS Folgestudie (2) spräche – folgte man der darin vertretenen Hypothese – für eine strengere Diabeteseinstellung. Das ist aber nicht die Botschaft des AMB. Im selben Satz des von Ihnen zitierten Artikels (1) und im nächsten Artikel derselben Ausgabe des AMB (3) wird auf Ergebnisse der ACCORD-Studie hingewiesen, die keinen günstigeren Effekt einer strengeren Blutzucker-Einstellung beim Diabetes mellitus Typ 2 zeigen.

Die beiden Diabetes-Artikel (1, 3) belegen deutlich unsere Formulierung: „Das Problem … der durch komplexe kulturelle und nicht-kulturelle Veränderungen verursachten DM2-Epidemie ist mit Arzneimitteln allein nicht in den Griff zu bekommen, liegt aber nicht außerhalb der ärztlichen Zuständigkeit. Ihrer Forderung, genauere Therapieziele für ältere Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 festzulegen, stimmen wir zu. <<

Literatur

  1. AMB 2010, 44, 65. Link zur Quelle
  2. AMB 2008, 42, 94. Link zur Quelle
  3. AMB 2010, 44, 66. Link zur Quelle