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CME Punkte 250 – Ärztliche Fortbildung – einfach erklärt

CME-Punkte: 250 Punkte in fünf Jahren – der komplette Leitfaden

250 Fortbildungspunkte in fünf Jahren klingen nach viel.
Umgerechnet sind es 50 Punkte im Jahr oder rund 37 Stunden – machbar, wenn man
früh anfängt, und unangenehm teuer, wenn man es nicht tut. Dieser Leitfaden
erklärt, wer betroffen ist, welche Fortbildungen zählen, wie die Punkte zur
Ärztekammer kommen und was passiert, wenn die Frist verstreicht.

Die ärztliche Fortbildungspflicht auf einen Blick
Erforderlich 250 Fortbildungspunkte in 5 Jahren
Davon fachspezifisch 150 Punkte (Fachärzte am Krankenhaus)
Ein Punkt entspricht in der Regel 45 Minuten Fortbildung
Gesamtaufwand rund 11.250 Minuten bzw. etwa 187 Stunden
Rechtsgrundlage §§ 95d und 137 SGB V
Nachweis gegenüber Kassenärztlicher Vereinigung bzw. ärztlichem Direktor
Bei Versäumnis Honorarkürzung, im Extremfall Entzug der Zulassung

Was CME-Punkte sind

CME steht für Continuing Medical Education. CME-Punkte sind die Recheneinheit, in der Fortbildung gegenüber der Ärztekammer nachgewiesen wird.

Die Grundregel: Ein Punkt entspricht in der Regel 45 Minuten Fortbildung.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Weiterbildung. Weiterbildung führt zu einer Facharztbezeichnung. Fortbildung erhält bereits erworbene Qualifikation.

Wer Fortbildungspunkte sammeln muss

Die Fortbildungspflicht ergibt sich aus § 95d SGB V für den vertragsärztlichen Bereich und aus § 137 SGB V für Fachärztinnen und Fachärzte am Krankenhaus. Betroffen sind:

  • niedergelassene Vertragsärztinnen und Vertragsärzte
  • Fachärztinnen und Fachärzte am Krankenhaus
  • angestellte Ärztinnen und Ärzte in einem medizinischen Versorgungszentrum
  • angestellte Ärztinnen und Ärzte bei einem Vertragsarzt
  • Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im vertragspsychotherapeutischen Bereich

Der Gesetzestext formuliert die inhaltliche Anforderung deutlich: Die Fortbildung muss dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen und frei von wirtschaftlichen Interessen sein.

Nicht erfasst sind Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung. Für sie gilt eine eigene Systematik – ausführlich in unserem Beitrag zu CME-Punkten für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte.

Wie viele Punkte in welchem Zeitraum

250 Punkte in fünf Jahren. Sie müssen nicht gleichmäßig verteilt werden.

Für Fachärztinnen und Fachärzte am Krankenhaus gilt zusätzlich: Mindestens 150 der 250 Punkte müssen aus fachspezifischer Fortbildung stammen. Details in unserem Beitrag zu CME-Punkten für Fachärztinnen und Fachärzte.

Überzählige Punkte verfallen. Sie werden nicht in den nächsten Fünfjahreszyklus übertragen.

Die zehn Fortbildungskategorien

Fortbildungskategorien nach der Muster-Fortbildungsordnung
Kategorie Fortbildungsform
A Vortrag und Diskussion
B Mehrtägige Kongresse im In- und Ausland
C Fortbildung mit konzeptionell vorgesehener Beteiligung jedes Teilnehmers, etwa Workshops
D Fortbildungsbeiträge in Printmedien oder elektronisch, mit Lernerfolgskontrolle
E Selbststudium durch Fachliteratur, Fachbücher und Lehrmittel
F Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge
G Hospitationen
H Curricular vermittelte Inhalte, etwa Zusatzstudiengänge
I Tutoriell unterstützte Online-Fortbildung mit Lernerfolgskontrolle
K Blended-Learning-Fortbildungen

Der CME-Test des ARZNEIMITTELBRIEFS fällt in Kategorie D bzw. I: strukturierte interaktive Fortbildung mit Lernerfolgskontrolle, zertifiziert durch die Ärztekammer Berlin.

Wo sich Punkte tatsächlich sammeln lassen

Präsenzveranstaltungen – Kongresse, Seminare, Ultraschall- oder Notarztkurse.

Online-Fortbildung – Webinare, interaktive Lernmodule, Textkurse mit anschließendem Test. Details in unserem Beitrag zu Online-CME für Ärzte.

Zertifizierte Fachzeitschriften – DER ARZNEIMITTELBRIEF vergibt drei Punkte je Ausgabe, also 36 Punkte im Jahr.

Eigene Vorträge und Publikationen – Kategorie F. Wird häufig vergessen.

Wenn die Punkte fehlen

Sanktionen bei fehlendem Fortbildungsnachweis
Zeitpunkt nach Fristablauf Folge
ab dem 4. Quartal 10 Prozent Honorarkürzung
ab dem 5. Quartal 25 Prozent Honorarkürzung
nach 2 Jahren Antrag auf Entziehung der Zulassung möglich

Entscheidend: Absolvierte Fortbildung ohne fristgerecht eingereichten Nachweis zählt nicht. Wie der Nachweis technisch läuft, steht in unserem Beitrag zu CME-Punkten bei der Ärztekammer.

Die Frage, die zu selten gestellt wird

Ein großer Teil der kostenfreien CME-Angebote in Deutschland wird von Pharmaunternehmen finanziert. Das ist zulässig und wird von seriösen Anbietern gekennzeichnet.

Es steht allerdings in einem Spannungsverhältnis zu § 95d SGB V, der Fortbildungsinhalte frei von wirtschaftlichen Interessen verlangt.

DER ARZNEIMITTELBRIEF finanziert sich ausschließlich über Abonnements. Keine Sponsoren, keine Anzeigen, keine Industriebeteiligung an der Themenauswahl.

Häufige Fragen zu CME-Punkten

Wie viele CME-Punkte brauche ich pro Jahr?

Rechnerisch 50 – die Anforderung lautet 250 Punkte in fünf Jahren. Eine jährliche Mindestzahl gibt es nicht.

Was ist ein CME-Punkt wert?

Ein Punkt entspricht in der Regel 45 Minuten Fortbildung. 250 Punkte sind damit rund 187 Stunden.

Muss ich als Teilzeitkraft auch 250 Punkte sammeln?

Ja. Der Beschäftigungsumfang reduziert die Anforderung nicht.

Verfallen überzählige Punkte?

Ja. Punkte über 250 werden nicht in den nächsten Fünfjahreszyklus übertragen.

Was passiert, wenn ich die 250 Punkte nicht erreiche?

Ab dem vierten Quartal nach Fristablauf 10 Prozent Honorarkürzung, ab dem fünften Quartal 25 Prozent. Nach zwei Jahren kann die Entziehung der Zulassung beantragt werden.

Wo sehe ich meinen aktuellen Punktestand?

Im Fortbildungspunktekonto Ihrer Landesärztekammer. Mehr dazu in unserem Beitrag zu CME-Punkten bei der Ärztekammer.

Fazit

250 Punkte in fünf Jahren sind kein Problem der Menge, sondern der Planung. Wer sich früh eine Mischung aus Kategorien zurechtlegt, ein zertifiziertes Fortbildungsformat fest in den Alltag einbaut und die EFN einmal sauber hinterlegt, erledigt die Pflicht nebenbei.

Quellen