Jg. 59, S. 41; Ausgabe 06 / 2025
Etwa 50-65% der erwachsenen Patienten in den Hausarztpraxen klagen über Schlafstörungen. Dabei handelt es sich um ein breites Spektrum und bei weitem nicht nur um Ein- und Durchschlafstörungen. Die dritte Ausgabe der Internationalen Klassifikation von Schlafstörungen (ICSD-3-TR; ) nennt sieben Hauptkategorien (s. Tab. 1). Die exakte Diagnose ist entsprechend nicht einfach zu stellen. Oft überlappen sich die Kategorien [...]
Jg. 57, S. 41; Ausgabe 06 / 2023
Patienten mit chronischen Schlafstörungen (Definition: > 3 Monate) sollten primär mit Kognitiver VerhaltensTherapie für Insomnie (KVT-I) behandelt werden (vgl. ). In einer Stellungnahme zum Verfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über das neue Hypnotikum Daridorexant bemängelt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) jedoch, dass diesbezüglich hierzulande ein eklatantes Versorgungsdefizit besteht und „nur ein sehr kleiner Anteil (vermutlich [...]
Jg. 54, S. 93; Ausgabe 12 / 2020
Zusammenfassung: Anhaltende Schlafstörungen bei Erwachsenen und ihre Behandlung sind ein sehr häufiges Problem in der Hausarztmedizin. Eine aktuelle randomisierte Studie zeigt, dass eine initiale Behandlung chronischer Schlafstörungen mit einfachen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ähnlich wirksam ist wie eine Behandlung mit einem Hypnotikum (Remissionsrate ca. 35%). Allerdings verlängerten Hypnotika (hier Zolpidem bzw. Trazodon) die Schlafdauer stärker als die [...]
Jg. 54, S. 10; Ausgabe 02 / 2020
Unter dieser Überschrift beklagen klinische Pharmakologen in der norwegischen Ärztezeitung, dass dieses Antipsychotikum viel zu häufig und ohne Evidenz zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt wird (1). Quetiapin ist ein sog. atypisches Antipsychotikum (AP) und zugelassen zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen sowie zur ergänzenden Behandlung von Depressionen. Die empfohlene Tagesdosis für diese Indikationen beträgt [...]
Jg. 50, S. 25; Ausgabe 04 / 2016
Zusammenfassung: Schlaflosigkeit (Insomnie) ist im Alter ein sehr häufiges Problem, und gerade ältere Menschen werden deswegen vorwiegend medikamentös behandelt. Nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen, wie z.B. kognitive Verhaltenstherapie, sind ebenfalls wirksam, werden aber wenig genutzt. Typische „Schlafmittel“ (meist Agonisten des Benzodiazepinrezeptors) und andere sedierende Pharmaka sollten bei alten Menschen wegen des ungünstigen Verhältnisses von Nutzen und Risiken prinzipiell [...]
Jg. 42, S. 96; Ausgabe 12 / 2008
Melatonin ist ein kurz wirkendes Hormon der Zirbeldrüse, das bei Dunkelheit vermehrt sezeniert wird und somnogene Effekte hat. Neben anderen Faktoren reguliert es den zirkadianen Schlaf/Wach-Rhythmus. Es ist bei Einschlafstörungen als Folge von Jetlag wirksam, besonders bei Erwachsenen, die über fünf oder mehr Zeitzonen in östlicher Richtung fliegen (1). Melatonin wird aber auch schon seit [...]
Jg. 40, S. 37; Ausgabe 05 / 2006
In den USA wird Melatonin, das als „Food supplement” rezeptfrei auf dem Markt ist, in großen Mengen von Menschen mit Schlafstörungen konsumiert. Melatonin ist das Hormon der Zirbeldrüse (Glandula pinealis), das bei Dunkelheit vermehrt sezerniert wird. Das endogene Melatonin hat somnogene Effekte und ist neben anderen Faktoren an der Etablierung eines zirkadianen Wach-/Schlafrhythmus beteiligt. Die [...]
Jg. 35, S. 55b; Ausgabe 07 / 2001
Jede Therapie (Operationen, Medikamente, Krankengymnastik, Psychotherapie) hat spezifische und unspezifische Effekte. Die unspezifischen Effekte erwachsen – psychisch vermittelt – aus der Erwartungshaltung des Patienten, aus seinem Vertrauen in die Wirksamkeit der Maßnahme sowie aus der Zuwendung und den Informationen des Therapeuten. Das sind die Plazeboeffekte einer Therapie. Sie sind wichtig und wirksam; die Ärztin und [...]