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Rückkehr eines alten Bekannten? Spironolacton. Die RALES-Studie

Spironolacton wurde bereits im Oktober 1967 in Deutschland zur Therapie zugelassen und registriert. Es war das erste Medikament, das in die Wirkung des Regelkreises Renin-Angiotensin-Aldosteron eingreift. Zunächst setzte es sich als Diuretikum durch, das oft als Kombinationspartner von Schleifendiuretika verwendet wurde. Nebenwirkungen wie Hyperkaliämie, Gynäkomastie und Libidoverlust, Hauterscheinungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten (z.B. Anstieg […]

Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom: Abschied von einem Hoffnungsträger

Der Kongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde dieses Jahr mit besonderer Spannung erwartet. Anlaß hierfür waren die erstmals vorgestellten Ergebnisse von 5 randomisierten Phase-Ill-Studien zur Hochdosis-Chemotherapie (HDC), gefolgt von autologer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation beim Mammakarzinom (1-5). Vier dieser Studien, 2 zur adjuvanten Situation bei Hochrisiko-Patientinnen (> 10 befallene axilläre Lymphknoten) und 2 […]

Die Einführung von Paclitaxel in die Onkologie. Ursachen und Auswirkungen eines fragwürdigen Erfolgs

Als das Zytostatikum Paclitaxel 1994 eingeführt wurde, verhieß man ihm eine große Zukunft. Daß diese Substanz aber schon bald danach zum Marktführer unter den Zytostatika avancieren würde, ahnten wenige. Das Phänomen dieses in der Onkologie beispiellosen Erfolges wird verständlich, wenn man die ihrerseits einmalige Konstellation begünstigender Faktoren bedenkt, die den Aufstieg von Paclitaxel begleiteten: · […]

Postmenopausale ,,Hormonsubstitution“. Primär unterschiedliches Risikoprofil bei Frauen, die sie benutzen bzw. nicht benutzen

Wie wir mehrfach ausgeführt haben, ist es weiterhin unsicher, ob und in welchem Umfang die postmenopausale Östrogen- oder Östrogen/Progestogen-Anwendung die Risiken reduziert, an Herz-Kreislauf-Leiden oder Osteoporose zu erkranken. Fast alle bisher publizierten umfangreichen Studien, auch die US-amerikanischen Nurses Health Study, waren Fall-Kontroll-Studien oder nicht-prospektive doppeltblinde randomisierte Studien. Eine kürzlich veröffentlichte doppeltblinde plazebokontrollierte randomisierte Behandlungsstudie mit […]

Leserbrief: Hepatitis-A-Impfung oder Hepatitis-A-Immunglobulin?

Frage von Dr. J.W. aus Pforzheim: >> Im AMB (1999, 33, 62a) wird über die Wirksamkeit der Hepatitis-A-lmpfung nach Kontakt mit Hepatitis-A-Erkrankten berichtet. Kann aus dieser Arbeit der Schluß gezogen werden, daß die Hepatitis-A-Impfung auch bei Last-minute-Reisenden in Endemiegebiete statt der Gabe von Immunglobulin sinnvoll ist? Die Frage nach einer postexpositionellen Hepatitis-A-Immunprophylaxe wird im RED […]

Primäre und sekundäre Prävention der Koronaren Herzkrankheit: Was können wir uns leisten?

Zu diesem Thema fand sich eine sehr lesenswerte und provokante Betrachtung in der Zeitschrift für Kardiologie (Kübler, W., und Kreuzer, J.: 1999, 88, 85). Die Autoren analysieren die Untersuchungen zur Kosteneffizienz der primären und sekundären Prophylaxe der Koronaren Herzkrankheit mit Beta-Blockern, Azetylsalizylsäure, speziell aber Statinen. Alle diese Therapien sind wirksam. Sie reduzieren die Wahrscheinlichkeit, daß […]

Kongreß der Gesellschaft der unabhängigen Arzneimittel-Informationsblätter

Vom 16. bis 19. September fand der diesjährige Kongreß der Gesellschaft der unabhängigen Arzneimittel-lnformationsblätter (International Society of Drug Bulletins = ISDB) in Amsterdam statt. Themen waren: neue Marketing-Strategien der Arzneimittelindustrie, unabhängige Arzneimittel-Information in Entwicklungsländern, Veränderungsmöglichkeiten im Rezeptierverhalten der Ärzte, Datenbanken im Internet sowie Evidence based medicine als Herausforderung für Drug Bulletins. Es war wiederum ein […]

Endoskopische Therapie rekurrenter Ulkusblutungen

Blutungen sind nicht nur die häufigste Komplikation gastroduodenaler Ulzera, sondern auch unverändert zahlreich (jährlich 30-40/100000 Einwohner). Ulzera durch nichtsteroidale Antiphlogistika nehmen zu, Helicobacter-assoziierte (peptische) Schleimhautschädigungen nehmen ab. Gastrointestinale Blutungen sind oft Notfallsituationen mit einer Letalität von etwa 10%, wobei Begleiterkrankungen die Lebensgefahr beträchtlich erhöhen (Letalität bis 40%). Bei etwa der Hälfte der oberen gastrointestinalen Blutungen […]

Behandlung von Sodbrennen in der Allgemeinpraxis

Sodbrennen ohne andere gastrointestinale Beschwerden wird oft auf Verdacht mit Antazida, H2-Rezeptor-Blockern, Protonenpumpen-Inhibitoren oder mit Cisaprid behandelt. In einer in Norwegen in 65 Arztpraxen durchgeführten Studie wurde der therapeutische Effekt von Omeprazol (20 mg/d), Cisaprid (2mal 10 mg/d) vs. Plazebo (Medikation 8 Wochen lang) untersucht (Hatlebakk, J.G.: Brit. Med. J. 1999, 319, 550). Insgesamt wurden […]

Behandlung der erektilen Dysfunktion

Im Auftrag der Kommission Hormontoxikologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie berichteten kürzlich C. Rolf und E. Nieschlag in den Endokrinologie-lnformationen (1999, Heft 4, S. 126) über Möglichkeiten zur Behandlung der insbesondere bei älteren Männern häufigen erektilen Dysfunktion (ED). Das Thema ist durch das seit einiger Zeit auch in Deutschland zugelassene Sildenafil (Viagra) populär geworden (s.a. […]

Systemische Steroide bei exazerbierter chronisch obstruktiver Lungenerkrankung?

Eine exazerbierte chronisch obstruktive Lungenerkrankung (WHO-Terminus: Chronic obstructive pulmonary disease, COPD) wird im allgemeinen medikamentös mit Antibiotika, Bronchospasmolytika und Steroiden behandelt. Im Gegensatz zum akuten Asthma bronchiale, bei dem der Nutzen einer Steroidgabe durch Studien gut belegt ist, fehlt bislang ein klarer Wirksamkeitsnachweis von Steroiden bei exazerbierter COPD. Eine US-amerikanische Gruppe (Niewoehner; D.E., et al.: […]

Betarezeptoren-Blocker in der Therapie der Herzinsuffizienz. Die MERIT-HF-Studie

Wir haben mehrfach über die neueren Studienergebnisse zum Einsatz von Betarezeptoren-Blockern zur Behandlung der Linksherzinsuffizienz berichtet. In der CIBIS-II-Studie (2647 Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA III bis IV) konnte durch Gabe von Bisoprolol die Letalität um 34% gesenkt werden (s. AMB 1999, 33, 21b). Im Lancet wurden nun die Ergebnisse der bislang größten Studie zur Beta-Blocker-Behandlung […]

Ungesättigte Fettsäuren als Nahrungsergänzung zur Sekundärprävention nach Myokardinfarkt

Die Seltenheit der koronaren Herzkrankheit bei Eskimos, die viel Fisch essen, hat zur Durchführung zahlreicher Studien über die koronarprotektive Wirkung von n-3 mehrfach ungesättigten Fettsäuren (n-3 PUFA) geführt. In gleichem Maße wurde das Antioxidans-Vitamin E, das die Oxidation von LDL-Cholesterin verhindern soll (oxidiertes LDL-Cholesterin ist besonders atherogen), als Hoffnungsträger für die Primär- und Sekundärprävention der […]

Koronarprotektiver Effekt einer „mediterranen“ Ernährung. Die Lyon-Diet-Heart-Studie

Fehlernährung und Bewegungsmangel sind neben den klassischen vier Risikofaktoren und der genetischen Vorbestimmung entscheidende Triebfedern für das Fortschreiten der Koronaren Herzkrankheit. Die Nahrung unserer Vorfahren bestand zu nur 20% aus Fett, wobei der Anteil an gesättigten Fettsäuren gerade 7-8% betrug. Die „zivilisierte“ Kost besteht zu über 30% aus Fett mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren. […]