Jg. 60, S. 29b; Ausgabe 04 / 2026
Lithium (Li) zählt gemeinsam mit Wasserstoff und Helium zu den drei Elementen, die bereits beim Urknall entstanden sein sollen. Es wird im menschlichen Körper wie Natrium transportiert, verteilt sich wie dieses und interagiert mit den Funktionen von Kalium und Magnesium. Dadurch werden viele Signalwege und metabolische Prozesse beeinflusst. Li-haltige Quellen und Heilwässer waren im 19. Jahrundert [...]
Jg. 60, S. 23a; Ausgabe 03 / 2026
Immer wieder wird diskutiert, ob bei der Alzheimer Demenz (AD) Infektionen ätiologisch eine Rolle spielen , , . Verdächtigt werden Viren, die chronische Infektionen auslösen, beispielsweise Herpesviren wie das Varicella-Zoster-Virus (VZV) sowie Herpes-simplex-Virus-1 und -2. Über einen möglichen Schutz gegen die Erkrankung an AD durch die Impfung gegen VZV haben wir kürzlich berichtet . Ablagerungen [...]
Jg. 60, S. 11; Ausgabe 02 / 2026
In den letzten Jahren wurden immer wieder Studien publiziert, wonach Impfungen auch Wirkungen haben könnten, die über die Verhinderung oder einen günstigeren Verlauf der betreffenden Infektion hinausgehen. Wir hatten schon vor 20 Jahren darüber im Zusammenhang mit der Grippeimpfung und der möglichen Reduktion kardialer Ereignisse berichtet sowie mögliche Pathomechanismen ausführlich diskutiert . Allerdings fehlen hierzu klinisch [...]
Jg. 59, S. 38; Ausgabe 05 / 2025
Die Prävalenz von Deliren bei hospitalisierten Patienten steigt mit zunehmendem Alter: sie wird bei den > 64-Jährigen mit 25% und bei den > 85-Jährigen mit bis zu 64% angegeben . Schwere Erkrankungen, chirurgische Eingriffe und invasive Beatmung erhöhen das Risiko. Delire verursachen nicht nur einen höheren Pflegeaufwand und zusätzliche Kosten, sondern sind auch mit einer erhöhten Sterblichkeit [...]
Jg. 58, S. 37; Ausgabe 05 / 2024
Im Verlauf einer Demenzerkrankung treten oft Verhaltensstörungen auf, wie Apathie, Herumwandern, Vokalisierungen/Rufen, Aggressivität, enthemmtes Verhalten und psychotische Symptome. Diese sind häufig der Grund für eine Behandlung mit Psychopharmaka oder eine Überweisung an eine Pflegeeinrichtung oder ins Krankenhaus. Die Behandlung solcher Verhaltensstörungen ist schwierig und oft frustrierend. Es gibt kaum Evidenz für die Wirksamkeit einzelner nicht-medikamentöser [...]
Jg. 58, S. 32; Ausgabe 04 / 2024
Frage von Dr. M. aus K.: >> Ich tue mich schwer, die gegenwärtig vorgenommene Klassifikation von Demenzen zu akzeptieren. In der S3-Leitlinie Demenzen von 2016 steht: „Die häufigste Ursache für das Demenzsyndrom ist mit 60-80% die Alzheimer-Krankheit, gefolgt von der vaskulären Demenz mit etwa 5-10%. Seltenere Ursachen sind u.a. die Demenz bei Parkinson-Krankheit, Demenz mit Lewy-Körpern, [...]
Jg. 57, S. 96DB01; Ausgabe 12 / 2023
Im August haben wir über die insgesamt enttäuschenden Ergebnisse der sog. „Amyloid Targeting Therapy“ bei der Alzheimer-Demenz (AD) berichtet (vgl. ). Nun wurde die neue S3-Leitlinie „Demenzen“ der Deutschen Gesellschaften für Neurologie (DGN) und für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) vorgestellt, die unseren Artikel sehr gut ergänzt und auch auf viele Versorgungsdefizite [...]
Jg. 56, S. 6; Ausgabe 01 / 2022
Etwa 80% der Frauen im Klimakterium beschreiben – in sehr unterschiedlicher Ausprägung – Symptome wie Hitzewellen, Schlafstörungen, Depression und kognitive Defizite. Neben bekannten Risiken im Zusammenhang mit einer Hormonersatz-Therapie („hormone replacement therapy“ = HRT; vgl. ) gibt es widersprüchliche Untersuchungsergebnisse zur Entwicklung einer Demenz unter HRT . Die Women’s Health Initiative Memory Study (WHIMS), die bisher [...]
Jg. 55, S. 57; Ausgabe 07 / 2021
Zusammenfassung: Grundlage der beschleunigten Zulassung der US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) für Aducanumab (Aduhelm®) zur Behandlung des Morbus Alzheimer ist die Wirkung auf einen Surrogatparameter: In klinischen Studien wurde unter Aducanumab durchgängig eine Reduktion der Beta-Amyloid-Ablagerungen in der Bildgebung beobachtet. Dagegen wurde ein statistisch signifikantes Ergebnis zum primären Endpunkt, der Verlangsamung der Progression [...]
Jg. 53, S. 52; Ausgabe 07 / 2019
Über 100 Arzneimittel aus verschiedenen Indikationsbereichen haben mehr oder weniger starke anticholinerge Wirkungen, darunter einige Antidepressiva, Antipsychotika, Antikonvulsiva, Anti-Parkinson-Mittel, Antihistaminika, Antiemetika oder Spasmolytika. Anticholinerg wirksame Arzneimittel (AC) können besonders bei älteren Menschen Nebenwirkungen wie Sehstörungen, Obstipation, Verwirrtheitszustände und Gedächtnisstörungen verursachen (vgl. Beers-Liste; 1) und stehen im Verdacht, bei Langzeitanwendung das Entstehen einer Demenz zu begünstigen. [...]
Jg. 52, S. 94; Ausgabe 12 / 2018
In Europa leiden > 1 Mio. Menschen an M. Parkinson. Bei 38% der Betroffenen tritt innerhalb von 10 Jahren nach Diagnosestellung eine Demenz auf (Demenz bei idiopathischem Parkinson-Syndrom; engl.: Parkinson’s Disease Dementia = PDD; 1) und laut Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erreichen 48-80% der Patienten im Krankheitsverlauf das Stadium einer Demenz (2). [...]
Jg. 50, S. 76; Ausgabe 10 / 2016
Eine aktuelle Publikation zur experimentellen Immuntherapie bei Morbus Alzheimer (MA) in einer sehr angesehenen Zeitschrift (1) hat kürzlich für große Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt. Demnach scheint es einen Fortschritt zu geben mit einem Therapieansatz bei MA, der vereinfachend und sehr euphorisch bereits als „Impfung gegen das Vergessen“ bezeichnet wurde (2, 3). Nach der sog. [...]
Jg. 50, S. 41; Ausgabe 06 / 2016
Zusammenfassung: Eine große, auf AOK-Daten basierende pharmakoepidemiologische Kohortenstudie aus Deutschland ergab, dass die Dauereinnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) bei älteren Patienten mit erhöhter Inzidenz von Demenz assoziiert ist. Daneben wurden auch Depression, Schlaganfall, Diabetes und Polypharmakotherapie als Risikofaktor für Demenz identifiziert. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie aus den USA und Australien fand sich bei Langzeiteinnahme von PPI [...]
Jg. 49, S. 39; Ausgabe 05 / 2015
In der März-Ausgabe haben wir über eine französisch-italienische Beobachtungsstudie bei Über-80-jährigen Pflegeheimpatienten berichtet. Die Studie ergab, dass die Zwei-Jahres-Gesamtletalität bei antihypertensiv Behandelten mit mittleren systolischen Drucken < 130 mmHg und bei Einnahme von zwei oder mehr Antihypertensiva signifikant höher war als bei Patienten mit systolischem Blutdruck > 130 mmHg und Einnahme von im Mittel nur [...]
Jg. 45, S. 71; Ausgabe 09 / 2011
Demenzkranke Patienten leiden häufig zusätzlich an Depressionen und werden oft mit einem Antidepressivum behandelt. Ein Cochrane Review vor zehn Jahren kam allerdings zu dem Ergebnis, dass es für Erfolge dieses Vorgehens nur schwache Evidenz gibt. Kritisiert wurde damals vor allem, dass es nur drei randomisierte kontrollierte Studien zu diesem Thema gab mit wenigen Patienten und [...]