Jg. 57, S. 38; Ausgabe 05 / 2023
Die akute Pankreatitis ist ein häufiger Grund für eine stationäre Krankenhausaufnahme, und zwar mit steigender Inzidenz (, vgl. ). Pathophysiologisch ist sie definiert als eine primär sterile Entzündung der Bauchspeicheldrüse, gekennzeichnet durch eine unphysiologische Enzymaktivierung, die zu einer Entzündungsreaktion mit Ödem, Gefäßschädigung und Zelluntergang führt. Ausgelöst wird die akute Pankreatitis meist durch Noxen (Alkohol) oder [...]
Jg. 56, S. 27; Ausgabe 04 / 2022
Analoga des Glucagon-like-peptide-1 (GLP-1-A, Inkretinmimetika) stimulieren Glukose-abhängig die Insulin-, inhibieren die Glukagon-Inkretion und senken den HbA1c-Wert je nach Wirkstoff, Dosis und Pharmakokinetik um 0,55 bis 1,7%-Punkte . GLP-1-A zählen auch zu den Antidiabetika, für die eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse nachgewiesen ist . Daher werden GLP-1-A inzwischen in den Leitlinien für Typ-2-Diabetiker mit manifesten kardiovaskulären Vorerkrankungen [...]
Jg. 50, S. 61; Ausgabe 08 / 2016
Die Post-ERCP-Pankreatitis (ERCP = endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie) ist die häufigste Komplikation dieser Untersuchung. Sie tritt nach der Erfahrung verschiedener Zentren mit einer Häufigkeit von 3,8%-13,3% auf (1-4). Wir hatten 2012 über eine Studie berichtet, die gezeigt hat, dass Indometacin – rektal in Form zweier Suppositorien von je 50 mg vor einer ERCP appliziert – Pankreatitiden [...]
Jg. 47, S. 72; Ausgabe 09 / 2013
Wir haben in letzter Zeit wiederholt, zuletzt im Mai 2013 (1), über Warnsignale hinsichtlich Pankreaserkrankungen (Pankreatitis, Neoplasien) unter Anwendung von Inkretinmimetika (GLP1-Analoga, Dipeptidyl-Peptidase-Typ-IV-Hemmer) berichtet. Das „Committee for Medicinal Products for Human Use“ (CHMP) hat jetzt laut einer Mitteilung der EMA vom 26. Juli 2013 (2) eine Überprüfung dieser Signale beendet. Es kam zu dem Schluss, [...]
Jg. 47, S. 40; Ausgabe 05 / 2013
Im August 2011 haben wir ausführlich über den damaligen Stand der Kenntnisse zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen am Pankreas von Glucagon-like peptide-1(GLP1)-Analoga (Exenatid, Liraglutid) und von Dipeptidyl-Peptidase-Typ-IV-Inhibitoren (sog. Gliptinen) berichtet (1). Damals hatten Elashoff et al. aus Los Angeles über eine etwa 10-fach erhöhte Melderate von Pankreatitiden bei Anwendern von Exenatid oder Sitagliptin, verglichen mit Anwendern anderer [...]
Jg. 46, S. 69a; Ausgabe 09 / 2012
Eine akute Pankreatitis ist eine häufige Komplikation nach einer endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikografie (ERCP; 1). Diese Komplikation trägt zu einer nennenswerten Morbidität und auch gering zur Letalität bei. Sie verursacht in den USA geschätzte 150 Mio. $ Zusatzkosten jährlich (2). Mehrere Wirkstoffe wurden bisher erfolglos getestet, um diese Komplikation zu verhindern. Die Inzidenz der Pankreatitis korreliert [...]
Jg. 45, S. 57; Ausgabe 08 / 2011
Zusammenfassung: Im Februar 2011 erschien als Online-Veröffentlichung der Zeitschrift Gastroenterology ein Artikel, in dem über eine große Zahl von Meldungen an das Adverse Event Reporting System (AERS) der US-amerikanischen Food and Drug Administration zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) Pankreatitis und Pankreaskarzinom bei Diabetikern berichtet wurde, die die Inkretinmimetika Exenatid (Byetta®) und Sitagliptin (Januvia®, Xelevia®) angewandt [...]
Jg. 45, S. 9; Ausgabe 02 / 2011
Zusammenfassung: Die akute Pankreatitis ist ein Entzündungsprozess der Bauchspeicheldrüse, der einmalig aber auch mehrfach auftreten kann. Die Ursachen sind heterogen. Über 70% sind auf Alkoholkonsum oder Gallensteine zurückzuführen. Man rechnet in den USA mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen 40 und 59 Jahren und mit über 200.000 Krankenhausaufnahmen/Jahr bei steigender Tendenz (1). Die altersbezogene Inzidenz weltweit wird [...]
Jg. 44, S. 45; Ausgabe 06 / 2010
Die akute Pankreatitis ist in den USA und wahrscheinlich auch in Europa der dritthäufigste gastroenterologische Grund für eine stationäre Behandlung. Sie verursacht in den USA jährlich Kosten von mehr als 2 Mrd. US-$ (1, 2). Die nekrotisierende Pankreatitis ist die am meisten gefürchtete Verlaufsform der akuten Pankreatitis. Sie tritt bei ca. 20% der Patienten auf [...]
Jg. 42, S. 29; Ausgabe 04 / 2008
Die Inzidenz der akuten Pankreatitis nimmt in Europa und den USA zu und liegt zurzeit bei etwa 40/100 000 (1-3). Ungefähr ein Fünftel dieser Patienten entwickelt eine nekrotisierende Pankreatitis, die mit einer Letalität von bis zu 35% assoziiert ist. Ein Großteil der Todesfälle wird durch infektiöse Komplikationen, wie z.B. Infektionen im Bereich nekrotischer Pankreasanteile verursacht [...]
Jg. 42, S. 28; Ausgabe 04 / 2008
Die akute nekrotisierende Pankreatitis entwickelt sich bei ca. 15% aller Patienten mit akuter Pankreatitis und verläuft bei 12%-35% tödlich (1-3). Morbidität und Letalität werden zu einem großen Teil (40-70%) durch Infektionen des abgestorbenen Pankreasgewebes und/oder der sezernierten Flüssigkeit verursacht (4, 5). Infektionen in den ersten drei Wochen sind mit einer höheren Letalität assoziiert als Infektionen, [...]
Jg. 41, S. 88; Ausgabe 11 / 2007
Am 16. Oktober 2007 machte die Food and Drug Administration (FDA, USA) auf 30 Meldungen nach der Zulassung von Byetta® (Exenatid) über das Auftreten akuter Pankreatitiden bei Anwendern dieses s.c. zu injizierenden Analogons von Glucagon-like peptide aufmerksam (1). Wir haben kürzlich über das neue Antidiabetikum, das die Insulinsekretion bei Typ-2-Diabetikern stimuliert, berichtet (2). In mehreren [...]
Jg. 36, S. 80a; Ausgabe 10 / 2002
Frage von Dr. G.K. aus L.: >> In der Ausgabe Juli 2002 des ARZNEIMITTELBRIEF (Seite 51) wird berichtet, daß ein Zusammenhang zwischen einer medikamentös induzierten Pankreatitis und der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) wahrscheinlich ist. Gibt es hierzu klinische Studien? Müssen Patienten vor einer MMR-Impfung darüber aufgeklärt werden? In der zitierten Arbeit wurden die der dänischen Arzneimittelkommission von [...]
Jg. 36, S. 49; Ausgabe 07 / 2002
Zusammenfassung: Die akute Pankreatitis ist gekennzeichnet durch eine hohe Komorbidität. Bei nekrotisierenden Verlaufsformen beträgt die Letalität 15%. Gallensteine und Alkohol sind die häufigsten pathogenetischen Auslöser. Durch Medikamente verursachte akute Pankreatitiden sind relativ selten (1-3% der Patienten). Da sie jedoch als iatrogen anzusehen sind, ist ihre Diagnostik und Pathophysiologie besonders wichtig. Zur Analyse des möglichen kausalen [...]