Jg. 44, S. 30; Ausgabe 04 / 2010
Statine reduzieren die Cholesterinsynthese in der Leber und den Cholesteringehalt der Gallenflüssigkeit. 80-90% der Gallenblasensteine bestehen überwiegend aus Cholesterin, das infolge Übersättigung in der Gallenflüssigkeit auskristallisiert. Experimentelle Studien bei Hunden sprechen für eine verminderte Bildung und für eine Auflösung von Gallensteinen durch Statine. Beim Menschen sind epidemiologische Studien bisher widersprüchlich. Im JAMA erschien kürzlich eine [...]
Jg. 44, S. 16; Ausgabe 02 / 2010
Nochmals: Was tun bei Statin-Unverträglichkeit? Prof. Dr. H.G. aus Innsbruck schreibt folgenden Kommentar (stark gekürzt) zu unserem Statin-Artikel (1): >> Der ARZNEIMITTELBRIEF rät, dass Patienten bei Myalgien unter Statin-Therapie entscheiden sollen, ob sie das Medikament weiter einnehmen. Die angebotenen Alternativen (Absetzen, Versuch mit einem anderen Statin) sollten m.E. ergänzt werden durch Kontrolle und gegebenenfalls Korrektur [...]
Jg. 44, S. 14; Ausgabe 02 / 2010
Ob eine milde oder mäßige Hypercholesterinämie oder Hypertonie unbedingt behandelt werden muss, hängt ab von der Höhe des kardiovaskulären Gesamtrisikos, das z.B mit dem PROCAM-Risiko-Rechner, dem ARRIBA-Score oder dem Framingham-Algorithmus aus Alter, Geschlecht, Blutdruck, Cholesterinkonzentration, Diabetes mellitus, Rauchgewohnheiten, Familienanamnese abgeschätzt werden kann. Je höher das Gesamtrisiko, desto wichtiger sind die einzelnen Risikofaktoren. Darin besteht weitgehend [...]
Jg. 44, S. 5; Ausgabe 01 / 2010
Vor kurzem erschien im N. Engl. J. Med. eine von Abbott gesponserte Originalarbeit, in der gezeigt wurde, dass eine Zusatztherapie („Add-on”) mit Nikotinsäure (Niacin) in Retardform („Extended-release”) bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko und bestehender Statintherapie binnen 14 Monaten zu einer signifikanten Abnahme der Intima-Media-Dicke in den Karotiden führt (1). Wird nun die Zusatztherapie mit [...]
Jg. 43, S. 91; Ausgabe 12 / 2009
Zu diesem Thema erschien kürzlich ein ausführlicher und informativer Review-Artikel in den Ann. Intern. Med. (1). Statine haben die Behandlung atherosklerotisch verursachter Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr verbessert und deren Morbidität und Letalität gesenkt. Über die gesicherten Indikationen für Statine, gemessen an der Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit und ohne Hyperlipidämie, bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern, haben wir [...]
Jg. 43, S. 28a; Ausgabe 04 / 2009
Menschen mit familiärer heterozygoter Hypercholesterinämie (FH, Prävalenz: eine von 500 Personen) haben ein extrem hohes Risiko für Arteriosklerose, speziell für koronare Herzkrankheit (KHK), Männer noch höher als Frauen. Statine senken das LDL-Cholesterin bei diesen Patienten im gleichen Ausmaß wie bei solchen mit polygenetisch verursachter Hypercholesterinämie und reduzieren das koronare Risiko deutlich. Aus ethischen Gründen gibt [...]
Jg. 43, S. 11; Ausgabe 02 / 2009
Wir haben im April 2008 über die verzögert und erst unter politischem und öffentlichem Druck publizierten negativen Resultate der ENHANCE-Studie berichtet (1). Es handelte sich dabei um eine Studie zum Einfluss des Cholesterinsenkers Ezetimib (in Kombination mit Simvastatin: Inegy®) auf die Progression der Arteriosklerose bei familiärer Hypercholesterinämie, in der als Surrogat-Endpunkt eine sonographische Bestimmung der [...]
Jg. 43, S. 4; Ausgabe 01 / 2009
Rosuvastatin, ein typisches „Me-too-Päparat” zur Cholesterinsenkung, ist in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – zugelassen und wird kräftig beworben (Crestor®, AstraZeneca). Die jüngst im N. Engl. J. Med. publizierte JUPITER-Studie kommt dem Hersteller und Sponsor nun sehr gelegen (1). Scheinbar eindrucksvoll konnte an einer Studienpopulation von 17 802 Probanden mit normalen Cholesterinwerten (Ausgangs-LDL-Cholesterin < [...]
Jg. 42, S. 99; Ausgabe 12 / 2008
Wie jüngst das US-amerikanische Forbes Magazin unter Berufung auf eine interne Mitteilung von Pfizer Global Research and Development (PGRD) vom 25.9.2008 berichtete (1), plant das größte Pharmaunternehmen der Welt eine strategische Neuausrichtung im Bereich Forschung und Entwicklung, für den Pfizer im Jahr 2007 immerhin 8,1 Mrd. US$ aufgewendet hat (2). Der Konzern sieht sich aus [...]
Jg. 42, S. 92a; Ausgabe 11 / 2008
Im Juni 2007 haben wir über UAW und Wechselwirkungen des Antiarrhythmikums Amiodaron berichtet (1). In einer „Information for Health Care Professionals” vom 8. August 2008 erinnert die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA an das erhöhte Risiko für Rhabdomyolyse mit konsekutivem Nierenversagen (und Tod) unter der Kombinationstherapie von Amiodaron plus Simvastatin (2). Das Risiko ist dosisabhängig und insbesondere [...]
Jg. 42, S. 91; Ausgabe 11 / 2008
Eine Statin-induzierte Myopathie ist eine seltene (Inzidenz: 1/10000/Jahr bei Standard-Dosis), aber potenziell lebensbedrohliche unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW). Der genaue Pathomechanismus ist ungeklärt. Die Schäden treten dosisabhängig auf und können durch die Komedikation verstärkt werden (synergistische Schädigung oder Hemmung des Statin-Metabolismus). Die Myopathie kann klinisch recht blande verlaufen (incipient myopathy). Typischerweise klagen die Patienten aber über Muskelschmerzen [...]
Jg. 42, S. 65; Ausgabe 09 / 2008
Die verschiedenen Methoden der Preisfestlegung von Arzneimitteln innerhalb der Europäischen Union waren Inhalt des Teils 1 dieser Übersicht (1). Nun wird anhand von konkreten Beispielen die Zusammensetzung des Endpreises eines Arzneimittels (= Publikumspreis) dargestellt. Die teilweise sehr unterschiedlichen Gewinnspannen von Einzel- und Großhandel, gewährte Rabatte sowie die uneinheitliche Besteuerung von Arzneimitteln in den EU-Mitgliedsländern können [...]
Jg. 42, S. 56a; Ausgabe 07 / 2008
Im BMJ erschien kürzlich eine Metaanalyse von Strippoli et al. mit Koautoren aus Italien und den USA zum Thema Statineffekte bei chronischer Niereninsuffizienz (1). Es wurden 50 plazebokontrollierte Studien mit insgesamt 30 144 Patienten ausgewertet, viele davon mit kleiner Patientenzahl und geringer statistischer Aussagekraft. In den meisten Studien wurden Statine zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse eingesetzt. [...]
Jg. 42, S. 31; Ausgabe 04 / 2008
Das Kombinationspräparat Ezetimib/Simvastatin 10 mg/80 mg (Inegy®, USA: Vytorin®; Merck/Schering-Plough) gilt nach Verkaufszahlen (2007: wöchentlich 1 Mio. Verschreibungen weltweit, 5 Milliarden US$ Jahresumsatz) bereits als „Blockbuster-Drug”. Durch den zu Statinen komplementären Wirkmechanismus von Ezetimib (Reduktion der enteralen Cholesterin-Resorption) kann eine zusätzliche LDL-Cholesterin-Reduktion von ca. 20% erreicht werden (1). Daten zu klinischen Endpunkten liegen trotz der [...]
Jg. 42, S. 11b; Ausgabe 02 / 2008
Vor zwei Jahren haben wir über den Vergleich der Effekte von Statinen bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern berichtet (1). Die damals referierte Metaanalyse ergab einen mindestens gleichwertigen Effekt der Statine bei Diabetikern bezüglich der Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse. Eine im Jahr 2006 erschienene Vier-Jahres-Studie von Knopp et al. (2), in der 2410 Typ-2-Diabetiker mit Atorvastatin oder Plazebo [...]