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Inhibitoren der Catechol-O-Methyltransferase verbessern Effekte von Levodopa beim Morbus Parkinson

Im Lancet (1998, 351, 1221) erschien kürzlich ein kurzer Artikel von J.G. Nutt aus Portland, Oregon, über ein neues pharmakologisches Prinzip, die Wirkungsdauer von Levodopa (L-DOPA) beim M. Parkinson zu verlängern. Der Rigor beim M. Parkinson ist durch Dopamin-Mangel in bestimmten Himstamm-Arealen bedingt. L-DOPA, das im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird, ist zwar wirksam, die […]

TSH-suppressive Behandlung mit L-Thyroxin bei Schilddrüsenknoten selten erfolgreich

Die Behandlung von Patienten mit einzelnen oder mehreren, vermutlich benignen Schilddrüsenknoten mit L-Thyroxin zwecks TSH-Senkung war bis vor einigen Jahren Standard. Bei einer TSH-suppressiven Therapie werden Thyroxin-Dosen gewählt, die das Serum-TSH in den unteren Normbereich oder auf leicht erniedrigte Werte senken. Frühere, fast durchweg unkontrollierte Studien schienen für eine Effektivität dieser Therapie bei Schilddrüsenknoten zu […]

Leserbrief: Hämatopoetische Wachstumsfaktoren beim diabetischen Fuß?

Dr. T.H. aus Berlin schreibt: >> Mit großem Interesse las ich Ihren Beitrag „Klinischer Einsatz hämatopoetischer Wachstumsfaktoren: G-CSF und GM-CSF“ (AMB 1998, 32, 1). Die Autoren sagen, daß eine „postulierte Verbesserung der antimikrobiellen Therapie durch Zusatz von G-CSF bei neonataler Sepsis, septischen Verbrennungswunden oder beim diabetischen Fuß bislang nicht durch klinische Studien validiert“ sei. Dies […]

Lohnt sich ein Screening auf Faktor V Leiden nach einer ersten Beinvenenthrombose?

Angeborene oder erworbene Anomalien des Blutgerinnungssystems, die zu Thromboembolien prädisponieren, sind Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Antithrombin-Mangel, Vorhandensein von Antikardiolipin-Antikörpern und andere. Kürzlich wurde von einer Arbeitsgruppe in Leiden eine Mutation des für den Gerinnungsfaktor V kodierenden Gens (Punkt-Mutation) identifiziert, welche die Hemmbarkeit des Faktors V durch aktiviertes Protein C herabsetzt (5% der Bevölkerung in Europa). Heterozygote Patienten […]

Lebensbedrohliche pulmonale Toxizität nach Gemcitabin

Gemcitabin (Gemzar) ist ebenso wie Cytarabin und FIuorouracil ein Pyrimidin-Analogon und in Deutschland für die Behandlung des fortgeschrittenen Adeno- oder Zystadenokarzinoms des exokrinen Pankreas zugelassen (vgl. AMB 1996, 30, 69). Wirksam ist die Substanz auch bei anderen soliden Tumoren (z.B. nichtkleinzelliges Bronchial-, Mamma-, Ovarialkarzinom) und wird derzeit, auch aufgrund einer sehr aktiven Vermarktungsstrategie, im Rahmen […]

Dilatative Kardiomyopathie: Wachstumshormon erhöht Ventrikelmasse, verbessert aber nicht die Herzfunktion

Die Prognose der idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie ist schlecht (mittlere Überlebensdauer: 5 Jahre). Die einzige effektive Therapie ist die Herztransplantation. Begrenzte Erfolge können mit vorübergehender maschineller Entlastung des linken Ventrikels oder durch operative Verkleinerung des linken Ventrikels erzielt werden. 1996 berichteten Fazio, S., et al. (N. EngI. J. Med. 1996, 334, 809) in einer unkontrollierten Studie […]

Randomisierte Studien zur Wirksamkeit von IL-2, lFNa-2a und IFN?-1b beim metastasierten Nierenzellkarzinom

Standardtherapie und einzige kurative Maßnahme bei Patienten mit lokalisierten Stadien (I-III) eines Nierenzellkarzinoms ist die einfache oder radikale Nephrektomie mit Entfernung der ipsilateralen Nebenniere und der regionalen Lymphknoten (1). Demgegenüber stehen für Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (Stadium IV) keine kurativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, und die Ansprechraten auf eine Chemo- oder Hormontherapie sind enttäuschend niedrig (= […]

Antibiotikaprophylaxe bei Schrittmacherimplantation?

Lokale und systemische Infektionen nach Implantationen von Herzschrittmachern sind eine schwerwiegende Komplikation, die zu Endokarditiden, Sepsen und zum Tode führen kann. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Infektion wird mit 0,5 bis 5% angegeben. Der Nutzen einer perioperativen Antibiotikaprophylaxe wird in der Literatur uneinheitlich beurteilt. Weder in den Empfehlungen zur Schrittmachertherapie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (Z. […]

Objektives über Sildenafil (Viagra), das angebliche Wundermittel gegen erektile Impotenz

In den letzten Wochen berichteten viele Tageszeitungen und Magazine über Viagra, das neue, oral wirksame Wundermittel der Firma Pfizer („Pfizer Riser“) gegen erektile Impotenz. Auch im Internet sind Informationen darüber abzurufen. Unter anderem wurde es von Bob Dole, dem Verlierer der letzten US-amerikanischen Präsidentenwahl, der nach einer Prostataoperation Erektionsprobleme hatte und zu den ersten Anwendern […]

Therapie mit Bisphosphonaten bei Knochenerkrankungen. Wirkungen, Indikationen, Nebenwirkungen (Teil 1)

Zusammenfassung: Bisphosphonate haben auf Grund ihrer besonderen chemischen Struktur eine große Affinität zum Knochenmineral. Dort bleiben sie jahrelang gebunden und hemmen durch direkte und indirekte Wirkungen auf die Osteoklasten vorwiegend den Knochenabbau. Dieser antiresorptive Effekt ist bei Knochenerkrankungen mit erhöhtem Umbau besonders stark. In geringerem Maße wird auch die Knochenneubildung gehemmt, so daß es insgesamt […]

Leserbrief: Extrem unterschiedliche Preise von Cabergolin

Ein Neurologe aus Hessen teilt uns zu unserem Artikel zur Therapie des Prolaktinoms mit Dopamin-Agonisten (AMB 1998, 32, 22b) mit, daß der dort erwähnte neue und teure Dopamin-Agonist Cabergolin (Dostinex, Fa. Pharmacia & Upjohn), der für die Indikationen Abstillen und Prolaktinom-Behandlung angeboten wird, auch noch unter einem zweiten Namen (Cabaseril, ebenfalls von Fa. Pharmacia & […]

Leserbrief: Interaktionen von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und Methadon

Frage von Dr. M.F. aus Springe: >> Gibt es Hinweise darauf, daß die Wirkung von Methadon (L-Polamidon), z.B. im Rahmen von Substitutionsprogrammen, bei gleichzeitiger Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), speziell Fluvoxamin (Fevarin), verlängert ist? Ein Kollege vertritt diese Auffassung und glaubt, daß dadurch eine Einsparung von Methadon möglich ist. > Sowohl Fluvoxamin wie Fluoxetin (Fluctin) […]

Das BfArM gibt bekannt: Meloxicam: Nebenwirkungen an der Haut und am Gastrointestinaltrakt

Mit der Zulassung von Meloxicam (Mobec) im März 1996 steht in Deutschland der erste Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer zur Verfügung, der bevorzugt die Zyklooxygenase 2 (COX 2) inhibieren soll. Chemisch gehört der Wirkstoff zu den Oxicamen. Die Zyklooxygenase ist das Schlüsselenzym in der Prostaglandinsynthese und liegt in zwei Isoformen, COX 1 und […]

Essentielle Thrombozythämie (ET): Leukämogenes Risiko nach Behandlung mit Hydroxycarbamid

Hydroxycarbamid (= Hydroxyurea; Litalir, Syrea) ist ein Antimetabolit, der vorwiegend die DNS-Synthese durch spezifische Hemmung der Ribonukleosiddiphosphat-Reduktase inhibiert, aber auch DNS-Reparaturvorgänge beeinflußt. Diese Substanz wird heute aufgrund der gut steuerbaren und nach Absetzen rasch reversiblen Myelosuppression häufig als primäre medikamentöse Therapie bei chronischen myeloproliferativen Syndromen eingesetzt (s. AMB 1994, 28, 9; 1997, 31, 7). Zur […]

Granisetron plus Dexamethason nicht wirksamer als Dexamethason alleine in der Behandlung des verzögert auftretenden Erbrechens nach stark emetogener Chemotherapie

Die Wirksamkeit der Serotonin-Typ-3-Rezeptorantagonisten (5-HT3-Antagonisten) in der Behandlung der innerhalb von 24 Stunden nach Gabe einer stark emetogenen Chemotherapie auftretenden Übelkeit und/oder Erbrechen ist in verschiedenen randomisierten Studien (vgl. AMB 1991, 25, 5; 1997, 31, 94a) gezeigt worden. Demgegenüber ist weiterhin unklar, ob die Gabe dieser Antiemetika über die ersten 24 Stunden nach Chemotherapie hinaus […]