Jg. 60, S. 73; Ausgabe 10 / 2026
Statine senken bei Personen mit hohem kardiovaskulärem Risiko das Risiko für Herzinfarkt und ischämischen Schlaganfall. Der Nutzen einer Statin-Therapie bei älteren Menschen ist weniger gut belegt. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass ältere Menschen in vielen Studien unterrepräsentiert sind. Zudem ist der präventive Nutzen einer Therapie bei älteren Menschen generell schwieriger zu erfassen, da [...]
Jg. 60, S. 75; Ausgabe 10 / 2026
Colchicin ist ein alter Arzneistoff mit etablierter Wirksamkeit bei Gichtanfällen und familiärem Mittelmeerfieber (FMF). Über neuere Untersuchungen zur antiinflammatorischen Therapie bei Perikarditis (Übersicht bei ), stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK; ), nach akutem Myokardinfarkt (MI; ) sowie kleinem und mittelschwerem Schlaganfall (Übersicht bei ) haben wir berichtet. Dabei standen den positiven Ergebnissen bei KHK und nach MI jedoch Hinweise für [...]
Jg. 60, S. 76; Ausgabe 10 / 2026
Die atopische Dermatitis (AD; Synonyme: Neurodermitis, atopisches Ekzem) ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben und mit starkem Juckreiz verläuft. Sie kann Lebensqualität, Psyche und soziale Bindungen erheblich beeinträchtigen bis hin zur sozialen Isolation, besonders bei Manifestationen an Kopf, Hals und an den Händen. Etwa 13% der Kinder und 7% der Erwachsenen sind betroffen [...]
Jg. 60, S. 78; Ausgabe 10 / 2026
Akute untere Atemwegserkrankungen bei Kleinkindern, die mit Keuchen, Giemen und Atemnot einhergehen, führen – ebenso wie Asthmaanfälle – häufig zur Vorstellung in Notaufnahmen und sind auch ein häufiger Grund für Krankenhausaufnahmen in dieser Altersgruppe. Bei Kindern < 5 Jahren sind es in den USA etwa 30.000 „Fälle“ im Jahr, mit zunehmender Tendenz . Die meisten dieser Kinder haben [...]
Jg. 60, S. 79; Ausgabe 10 / 2026
Die rückenmarknahe Periduralanalgesie (PDA) ist die weltweit am häufigsten angewendete Methode zur Schmerzlinderung im Rahmen der Geburt. Sie wird in den deutschen Leitlinien von 2026 für alle Frauen empfohlen, die eine Schmerztherapie wünschen; außerdem für schwangere Frauen mit erhöhtem Risiko bei der Geburt, wie Mehrlingsschwangerschaft, Präeklampsie, Steißlage, starkes Übergewicht mit Body-Mass-Index (BMI) ≥ 40 kg/m², relevante kardiovaskuläre [...]
Jg. 60, S. 80; Ausgabe 10 / 2026
Das arznei-telegramm® (a-t) stellt Ende dieses Jahres sein Erscheinen ein. Dies hat der geschäftsführende Gesellschafter und verantwortliche Herausgeber Wolfgang Becker-Brüser auf der Webseite des a-t mitgeteilt . Der Schritt sei unumgänglich und die Gründe dafür vielfältig. In erster Linie konnte Becker-Brüser, der nun in den Ruhestand geht, Probleme seiner Nachfolge in der Herausgeberschaft nicht zufriedenstellend [...]
Jg. 60, S. 80DB01; Ausgabe 10 / 2026
Die Weiterentwicklung diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten eröffnet vielfältige Chancen zur Lebensverlängerung, birgt jedoch auch das Risiko einer Übertherapie. Dies ergibt sich insbesondere dann, wenn medizinisch Machbares mit medizinisch Sinnvollem gleichgesetzt wird und Behandlungen trotz fehlender oder nur noch geringer Erfolgsaussichten fortgeführt werden. Gerade in der Intensivmedizin, der Onkologie und generell am Lebensende stellt sich oft [...]
Jg. 60, S. 65; Ausgabe 09 / 2026
Was tun, wenn Patienten mit Vorhofflimmern (Vofli) trotz eines korrekt eingenommenen Antikoagulans einen ischämischen Schlaganfall erleiden? Die europäischen und US-amerikanischen Schlaganfall-Leitlinien gehen auf diese klinisch schwierige Situation bislang nur begrenzt ein. Kanadische Leitlinien empfehlen eine systematische Prüfung von Adhärenz, Dosierung, relevanten Arzneimittelinteraktionen, anderen Schlaganfallursachen und vaskulären Risikofaktoren. Bei Patienten, die ein direktes orales Antikoagulans (DOAK) [...]
Jg. 60, S. 68; Ausgabe 09 / 2026
Angststörungen gehören zu den häufigen psychischen Erkrankungen; sie können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und führen zu häufigen Arztkontakten. Wir haben mehrfach darüber berichtet . Von den > 60-Jährigen sollen bis zu 17% betroffen sein , doch wurden bei den meisten Studien zur Therapie von Angsterkrankungen Personen > 65 Jahre ausgeschlossen. Zwei Reviews von 2007 und 2012 zum Nutzen [...]
Jg. 60, S. 69; Ausgabe 09 / 2026
Die palmaren und plantaren Hyperhidrosen zählen zu den fokalen Hyperhidrosen (fH), wie auch die axillären und kraniofazialen Formen. Ursache ist eine Fehlfunktion der ekkrinen Schweißdrüsen. Diese sind besonders zahlreich an Handflächen und Fußsohlen. Im Gegensatz zu apokrinen und apoekkrinen Schweißdrüsen, die einen eiweißreichen Schweiß sezernieren und zum individuellen Körpergeruch beitragen (Duftdrüsen), produzieren ekkrine Drüsen einen [...]
Jg. 60, S. 71; Ausgabe 09 / 2026
Teplizumab ist ein humanisierter monoklonaler Anti-CD3-Antikörper. Durch die Bindung an CD3 verändert er die Aktivität von T-Lymphozyten und beeinflusst sowohl CD4+- als auch CD8+-T-Zellen. Dadurch soll die T-Zell-vermittelte Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen beim Typ-1-Diabetes (TD1) verlangsamt werden. Während der 14-tägigen Behandlung nehmen vorübergehend die zirkulierenden T-Lymphozyten ab mit einem Nadir etwa am 5. Behandlungstag; anschließend erholen [...]
Jg. 60, S. 72; Ausgabe 09 / 2026
Eine aufmerksame Leserin hat uns auf zwei Fehler in unserem Artikel „Update zur Behandlung von Personen mit manifester Osteoporose und hohem Frakturrisiko“ hingewiesen (AMB 2026, 60, 57). Die Jahrestherapiekosten für 70 mg Alendronat sind in Deutschland niedriger als wir angegeben haben (ca. 200 €). Die aktuellen Kosten betragen derzeit 121,90 € pro Jahr. Außerdem gibt [...]
Jg. 60, S. 72DB01; Ausgabe 09 / 2026
IgG-Autoantikörper sind die zugrundeliegende pathogenetische Ursache für die generalisierte Myasthenia gravis (gMG), da sie die neuromuskuläre Übertragung durch Bindung an den Acetylcholinrezeptor (AChR), die muskelspezifische Tyrosinkinase (MuSK) oder das Lipoproteinrezeptor-verwandte Protein 4 (LRP4) beeinträchtigen . Etwa 95% der Patienten mit gMG sind antikörperpositiv: 85% gegen AChR, etwa 8% gegen MuSK und etwa 1-2% gegen das LRP4 [...]
Jg. 60, S. 57; Ausgabe 08 / 2026
Die Osteoporose ist eine chronisch progrediente Skeletterkrankung, deren strukturelle Knochenschäden – Verlust von Knochenmasse und stabilitätsvermindernde Veränderungen der Mikroarchitektur (Rarefizierung der Spongiosa) – zu belastungsinadäquaten Frakturen führen und durch nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Eine wirksame Behandlung (Möglichkeiten vgl. Tab. 1) muss wegen des relativ langsamen Knochenstoffwechsels langfristig ausgerichtet sein und das individuelle Frakturrisiko [...]
Jg. 60, S. 60; Ausgabe 08 / 2026
Mit Enlicitid (Lipfendra® in den USA; MSD) wurde erstmals ein oral einzunehmender PCSK9-Inhibitor zur Behandlung der „Hypercholesterinämie, einschließlich der heterozygoten familiären Hypercholesterinämie (HeFH)“ von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen . Enlicitid könnte insofern ein Fortschritt in der lipidsenkenden Therapie sein, da bislang verfügbare PCSK9-Inhibitoren subkutan injiziert werden müssen (Alirocumab und Evolocumab alle [...]