Kategorie: Allgemein

Primär antidepressive Kombinationstherapie bei schwerer Depression? [CME]

Für die Behandlung von Depressionen stehen zahlreiche Antidepressiva (AD) verschiedener Wirkstoffklassen zur Verfügung (s. Tab. 1, vgl. ). Diese greifen u.a. in den Stoffwechsel wichtiger Neurotransmitter im Gehirn (Serotonin, Noradrenalin und Dopamin) ein, entweder durch Hemmung des Enzyms Monoaminoxidase (MAO-Inhibitoren = MAO-I), das für den Abbau dieser biogenen Amine zuständig ist, oder durch Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin […]

Die Therapie mit Glukokortikosteroiden ist ein Risikofaktor für COVID-19-assoziierte pulmonale Aspergillosen bei intensivpflichtigen Patienten

Die invasive pulmonale Aspergillose (IPA) ist eine gefürchtete Komplikation bei schwerkranken, meist immungeschwächten Patienten; als opportunistische Infektion hat sie Sterblichkeitsraten von 30-60% . Neben den bekannten Risikogruppen können auch Patienten mit schweren viralen Pneumonien eine IPA entwickeln, beispielsweise bei Influenza, Parainfluenza, RSV (Respiratory Syncytial Virus) und Coronaviren wie SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder MERS […]

Eine Supplementierung von Kalzium muss streng indiziert sein, besonders bei kardiovaskulären Risikopatienten [CME]

Wir haben 2008 über eine Metaanalyse zu oralen Kalzium-Supplementen im Rahmen der Osteoporosetherapie berichtet. Aus dieser ergaben sich Hinweise darauf, dass eine langdauernde Kalzium-Supplementierung mit einem höheren Risiko für Myokardinfarkte assoziiert ist. Wir schlussfolgerten damals: „Da diese Supplemente osteoporotische Frakturen allenfalls marginal verhindern und die erhöhte Letalität bei Osteoporose nicht gesenkt wird, muss diese „Basistherapie” […]

Mavacamten bei der obstruktiven Form der hypertrophen Kardiomyopathie [CME]

Im April 2022 erteilte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Marktzulassung für Mavacamten (Camzyos®; Bristol Myers Squibb) zur Behandlung der obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie (oHCM; ). Der Antrag auf EU-Marktzulassung wird zurzeit von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geprüft . Mit einem positiven Bescheid ist jedoch zu rechnen. Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) umfasst eine heterogene, […]

Leserbrief: Blutlipide und Verminderung des Arteriosklerose­risikos [CME]

Dr. G. aus K. schreibt: >> Dankenswerterweise beschäftigen Sie sich im ARZNEIMITTELBRIEF vom Mai 2022 noch einmal mit der Wertigkeit der Therapie der Hypercholesterinämie mit Ezetimib und/oder der Proproteinkonvertase (PCSK9)-Inhibitoren als Zusatz- oder als alleinige Therapie bei Statin-Intoleranz. Erlauben Sie mir hierzu einige Bemerkungen: Dass Ezetimib und PCSK9-Inhibitoren bei mit Statinen vorbehandelten Patienten einen nur geringen […]

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften ignoriert Forschungsergebnisse zu Interessenkonflikten

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF e.V.) hat zwei Positionspapiere veröffentlicht, in denen das Verhältnis medizinischer Wissenschaften zur Industrie als quasi natürliche Symbiose dargestellt wird , . So vertritt die AWMF beispielsweise die Auffassung, dass Kongresse, Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen „natürliche und notwendige Kooperationsformen“ zwischen medizinischen Wissenschaften und Industrie bildeten, welche die „Möglichkeit eines besonders umfassenden Erkenntnis- […]

Patientenberichtete Endpunkte in Fachinformationen unterrepräsentiert

Als patientenberichtete Endpunkte („Patient-Reported Outcomes“ = PROs) werden Ergebnisse in klinischen Studien bezeichnet, über die der Patient selbst Auskunft gibt, darunter beispielsweise die gesundheitsbezogene Lebensqualität („Health related Quality of Life“ = HrQoL) bzw. Symptome oder die Zufriedenheit mit der Behandlung . PROs ermöglichen es, die Perspektive des Patienten auf persönliche und soziale Auswirkungen der Erkrankung […]

Hypercholesterinämie: Zusatzbehandlung mit Ezetimib oder PCSK9-Hemmern zu Statinen. Neue Therapieempfehlungen ohne Interessenkonflikte [CME]

Eine Vielzahl von Leitlinien beschäftigt sich mit der medikamentösen Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Die Empfehlungen hinsichtlich der Therapieziele und des sequenziellen Einsatzes verschiedener Lipidsenker sind trotz gleicher Datenbasis uneinheitlich. Dies ist nach unserer Einschätzung auch Folge der Interessenkonflikte der Autoren, die Leitlinien verfassen bzw. ihrer herausgebenden Institutionen. Diese Verflechtung führt zu großem Misstrauen und Unmut gegenüber […]

„Time at target“: ein prognostischer Parameter für die protektive Wirksamkeit antihypertensiver Therapien? [CME]

Empfehlungen für Ziel-Blutdruckwerte in Leitlinien zur antihypertensiven Therapie resultieren meistens aus Studien, bei denen die am Ende der Interventionszeit gemessenen RR-Werte in die Analyse eingegangen sind . Grundsätzlich schränken jedoch erhebliche RR-Schwankungen im Tagesverlauf und psychische Einflüsse auf den RR den Aussagewert von Einzelmessungen ein, vor allem wenn sie, wie häufig im Praxisalltag, nur einmal […]

Baricitinib – eine neue Therapieoption bei Alopecia areata? [CME]

Die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Haarfollikel in der Wachstumsphase (Anagen) vorzeitig in die nicht proliferative Rückbildungsphase (Katagen) und die Ruhephase (Telogen) übergehen, was zu plötzlichem Haarausfall und einer Hemmung des Nachwachsens der Haare führt . Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen wachsen die Haare ohne Behandlung innerhalb eines Jahres […]

Zulassung von Zanubrutinib, einem BTK-Inhibitor der 2. Generation, zur Behandlung des Morbus Waldenström [CME]

Zanubrutinib (Brukinsa®) ist ein Inhibitor der Bruton Tyrosinkinase (BTK) der 2. Generation, der im November 2021 von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit Morbus Waldenström (MW) zugelassen wurde, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben, oder zur Erstlinientherapie bei Patienten, die für eine Chemo-/Immuntherapie nicht geeignet sind . Der MW […]

Antiepileptika-Konzentration in der Muttermilch für gestillte Säuglinge nicht beunruhigend [CME]

Im JAMA Neurology wurde 2020 die bisher umfangreichste Studie zu Plasmakonzentrationen ausgewählter Antiepileptika (AntiEpileptic Drugs = AED) bei Säuglingen veröffentlicht, die unter der Therapie ihrer an Epilepsie erkrankten Mütter gestillt wurden . Die Autoren gehören der Arbeitsgruppe MONEAD („Maternal Outcomes and Neurodevelopmental Effects of Antiepileptic Drugs“) in den USA an, die Auswirkungen einer Antiepileptika-Exposition bei […]

DER ARZNEIMITTELBRIEF – ein Partner im „Aktionsbündnis Fortbildung 2020“

Die Vermittlung von Informationen zu Arzneimitteln, die unabhängig sind von kommerziellen Interessen der pharmazeutischen Unternehmer (pU), gehört zu den wichtigen Anliegen des ARZNEIMITTELBRIEFs (vgl. ). Wir setzen uns auch ein für Unabhängigkeit in der Forschung, bei der Erstellung von Leitlinien und in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. Unsere Abonnenten können – leider nur in Deutschland – […]

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

wir haben unsere Webseite für Sie neu gestaltet. Sie ist moderner und übersichtlicher geworden. Die Lesbarkeit wurde dadurch verbessert, besonders auch auf dem Smartphone. Deshalb wird in Zukunft auch die AMB-App überflüssig. Die Artikel- und Stichwortsuche sollte jetzt deutlich schneller gehen. Wir haben auch einige neue Funktionen integriert, wie Leseempfehlungen der Redaktion oder meistgelesene Artikel. […]

Asymptomatische Hyperurikämie: medikamentös behandeln oder nicht? [CME]

Definition: Eine allgemein gültige Definition der Hyperurikämie gibt es nicht, doch werden Harnsäurewerte im Serum von ≥ 7 mg/l (416 µmol/l) bei Männern und > 6 mg/dl (> 360 µmol/l) bei Frauen – gemessen mit der Uricase-Methode – in den meisten Publikationen als Referenzwerte akzeptiert . Diese Grenzen orientieren sich nicht primär an epidemiologisch gewonnenen Serumwerten (sie folgen keiner Normalverteilung in der […]