Ausgabe 01 / 2021

Der 54. Jahrgang des ARZNEIMITTELBRIEFs

Zum Jahreswechsel schauen wir auf 2020 zurück und auf 2021 voraus. Das Jahr 2020 war außergewöhnlich, auch für den ARZNEIMITTELBRIEF, und dominiert von der SARS-CoV-2-Pandemie. Von unseren insgesamt 82 Artikeln beschäftigten sich 12, vier davon als Hauptartikel, mit diesem Virus, den Symptomen der Erkrankung und ihrer Behandlung. Der Wissenszuwachs war rasant, oft lagen bei Drucklegung […]

Zur ärztlichen Aufklärung bei Impfungen gegen COVID-19: rechtliche Aspekte

Die individuelle Aufklärung von Personen, die sich impfen lassen wollen, ist nicht nur ein wichtiger Teil der notwendigen allgemeinen Information und Beratung über die Impfstoffe, sondern auch der Legitimation der Impfung und ihrer Praxis selbst. Umfang und Inhalt der Aufklärung über den zu applizierenden Impfstoff sind dabei abhängig vom aktuellen Wissensstand über seine Eigenschaften. Allgemeine […]

Erratum

In unserem Hauptartikel zur primären Behandlung chronischer Schlafstörungen (AMB 2020, 54, 93 Link zur Quelle ) muss es gegen Ende der Einleitung bei der Aufzählung der weiteren medikamentösen Optionen unter älteren H1-Blockern statt Doxepin korrekt Doxylamin heißen. Allerdings hat das als trizyklisches Antidepressivum zu klassifizierende Doxepin auch ausgeprägte antihistaminerge Eigenschaften und ist in niedriger Dosis […]

Leserbrief: Antithrombotische Tripeltherapie

Dres. G.E. und H.W. aus Bremen schreiben (stark gekürzt): >> In Ihrem Artikel zur antithrombotischen Tripeltherapie nach akutem Koronarsyndrom bei Patienten mit oraler Dauerantikoagulation (1) wird suggeriert, die generelle Bevorzugung direkter oraler Antikoagulanzien (DOAK) vor Vitamin-K-Antagonisten (VKA) bei Vorhofflimmern (VHF) sei leitliniengerecht. Das mag für die ESC-Leitlinie gelten, allerdings haben die AkdÄ und die DEGAM […]

Mini-Dosis Edoxaban bei hochbetagten Patienten mit Vorhofflimmern

Randomisierte, plazebokontrollierte Arzneimittelstudien mit hochbetagten Menschen sind eine Rarität, obwohl diese Bevölkerungsgruppe in den Industrieländern sehr stark wächst und das Wissen über die Nutzen-Risiko-Relation von Arzneimitteln in diesem Lebensalter sehr begrenzt ist. Eine japanische Studie mit dem Akronym ELDERCARE-AF beweist nun, dass solche Studien machbar sind (1). In ELDERCARE-AF wurden knapp 1.000 Patienten > 80 […]

„Frozen shoulder“: frühe intraartikuläre Glukokortikosteroid-Injektionen vorteilhaft

Die „primäre“ oder „idiopathische“ schmerzhafte Schultersteife (Periarthropathia humeroscapularis oder „Frozen shoulder = FS) wird auch als „adhäsive Kapsulitis“ bezeichnet. Eine Synovitis mit proliferativer Fibrose führt zunehmend zu einem Verlust der aktiven und passiven Beweglichkeit, ohne dass radiologisch relevante Gelenkveränderungen nachzuweisen sind. Typischerweise verläuft die FS in drei Stadien: Stadium 1: Schmerzen, ca. 2-9 Monate; Stadium […]

Das Antidepressivum Fluvoxamin gegen COVID-19?

Bei einer COVID-19-Erkrankung tritt die respiratorische Verschlechterung infolge einer vor allem durch starke Entzündungsreaktionen verursachten Lungenschädigung meist während der zweiten Krankheitswoche auf. Diese Erkenntnis hat zu zahlreichen Therapieversuchen mit immunmodulatorisch wirkenden Arzneimitteln geführt, etabliert ist aber bislang nur Dexamethason (vgl. 1). Ein potenzieller antiinflammatorischer Angriffspunkt ist der Sigma-1-Rezeptor (S1R). S1R ist ein sog. Chaperon-Protein im […]

Der neutralisierende monoklonale Antikörper LY-CoV555 zur Behandlung von Patienten mit COVID-19

Zur Behandlung von SARS-CoV-2-infizierten Patienten werden auch Antikörper gegen das Virus entwickelt. Einer von ihnen, LY-CoV555 entspricht dem Muster von Antikörpern eines Patienten, der COVID-19 überlebte. Er ist auch unter LY3819253 oder Bamlanivimab bekannt (AbCellera, Eli Lilly und National Institute of Allergy and Infectious Diseases) und von der FDA zugelassen. LY-CoV555 bindet mit hoher Affinität […]

Die beiden ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19

Zusammenfassung: Für die ersten beiden in der EU am 21.12.2020 (BNT162b2) und am 6.1.2021 (mRNA-1273) bedingt zugelassenen mRNA Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 ist nachgewiesen, dass sie bei den untersuchten Personengruppen und den im letzten Quartal 2020 prävalenten Virusvarianten über einen Zeitraum von mindestens 2-3 Monaten symptomatische COVID-19-Infektionen und schwere Verläufe verhindern können. Erfreulicherweise wirken sie auch […]