Jg. 47, S. 29; Ausgabe 04 / 2013
Übelkeit und Erbrechen sind in der Schwangerschaft, besonders im ersten Trimenon, häufig (ca. 50% der Schwangeren), quälend und können zu Gewichtsverlust führen. Die Ursachen sind nach wie vor nicht geklärt. Diätetische Maßnahmen, z.B. mehrere kleine Mahlzeiten täglich oder Ingwer, und Vermeiden unangenehmer Gerüche können helfen. Bei etwa 10-15% der Schwangeren sind Übelkeit und Erbrechen aber [...]
Jg. 46, S. 29; Ausgabe 04 / 2012
Eine plötzlich einsetzende Herzinsuffizienz innerhalb der letzten Schwangerschaftswochen bis sechs Monate nach der Geburt wird als Peripartum-Kardiomyopathie (PPCM) bezeichnet. Bei etwa jeder 3000. bis 4000. Schwangerschaft tritt eine solche PPCM auf. Da diese Erkrankung bislang nicht systematisch erfasst wurde, ist man bei Angaben zur Inzidenz auf kleinere Register und Expertenschätzungen angewiesen. Die europäische Gesellschaft für [...]
Jg. 46, S. 11b; Ausgabe 02 / 2012
Vor einem Jahr haben wir über Empfehlungen zur Hypertoniebehandlung in der Schwangerschaft (SS) referiert (1). Im zweiten und dritten SS-Trimenon ist das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) stark aktiviert. Ursachen hierfür sind eine starke Stimulation der Synthese von Angiotensinogen (Reninsubstrat) in der Leber durch sehr hohe Estriol-Konzentrationen im Blut und die inhibierende Wirkung von Progesteron am Aldosteronrezeptor, woraus [...]
Jg. 46, S. 1; Ausgabe 01 / 2012
Zusammenfassung: Im Jahr 2010 wurden in Deutschland insgesamt dreiundzwanzig Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen eingeführt, also weniger als 2009. Fünf haben eine innovative Struktur bzw. ein neuartiges Wirkprinzip mit therapeutischer Relevanz (Kategorie A nach Fricke; s. Tab. 1). Bei neun besteht eine Verbesserung pharmakodynamischer oder pharmakokinetischer Wirkprinzipien. Zehn sind Analogpräparate ohne wesentliche Vorteile und bei einem [...]
Jg. 45, S. 6; Ausgabe 01 / 2011
Ein erhöhter Blutdruck (RR) in der Schwangerschaft (> 140/90 mm Hg) wird bezeichnet als Präexistierende Hypertonie, wenn der RR schon vor der Schwangerschaft (SS) erhöht war, als Schwangerschafts-Hypertonie, wenn erhöhte Werte erst nach der 20. SS-Woche (SSW) gemessen werden und als Präeklampsie, wenn die nach der 20. SSW auftretende Hypertonie mit einer klinisch relevanten Proteinurie [...]
Jg. 44, S. 94b; Ausgabe 12 / 2010
Labialer und genitaler Herpes simplex sind häufige Erkrankungen, die bei erstmaligem Auftreten oft nur wenige Tage lang mit den oralen Virustatika Aciclovir (Zovirax®, Generika) oder Valaciclovir (Valtrex®, Generika) – bei Rezidiven auch wiederholt – behandelt werden. Aciclovir wird auch lokal als Creme angewendet. Herpes zoster, dessen Verlauf durch diese Virustatika günstig beeinflusst werden kann, ist [...]
Jg. 44, S. 75; Ausgabe 10 / 2010
Wiederholte Fehlgeburten betreffen 1-2% der Frauen mit Kinderwunsch und sind häufig mit erheblichem Leiden verbunden (1). Als wiederholte Fehlgeburten bezeichnet man klassischerweise drei und mehr konsekutive Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche. Es gibt jedoch auch andere Definitionen. Die American Society for Reproductive Medicine bezeichnet z.B. zwei oder mehr konsekutive Spontanaborte einer sonographisch oder histopathologisch nachgewiesenen [...]
Jg. 43, S. 29b; Ausgabe 04 / 2009
Wir haben 2003 über eine Assoziation zwischen Kaffeekonsum während der Schwangerschaft (SS) mit dem Risiko für intrauterinen Kindstod berichtet (1). Das damalige Fazit lautete, dass Frauen, die während der SS nicht mehr als 1-3 Tassen Kaffee/d trinken sowie Alkohol und Nikotin meiden, im Hinblick auf die fetale Gesundheit wahrscheinlich „sicher” seien. Eine Tasse Kaffee (ca. [...]
Jg. 42, S. 97b; Ausgabe 12 / 2008
Von ungeklärter Infertilität spricht man, wenn ein Paar 12 Monate lang ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, ohne dass es zu einer Schwangerschaft gekommen ist und wenn bekannte Konzeptionshindernisse wie Anovulation, Tubenverschluss, Hyperandrogenämie der Frau oder Oligo-/Azoospermie beim Partner ausgeschlossen wurden. Wenn solche Paare ärztliche Hilfe wegen Kinderwunsch suchen, gibt es in der niedrigsten Interventionsstufe zwei wenig aufwendige [...]
Jg. 42, S. 86b; Ausgabe 11 / 2008
Eine Influenza in der Schwangerschaft und bei Neugeborenen kann schwer verlaufen und zur Behandlung im Krankenhaus führen (1-4). Darüber hinaus können Influenzaviren eine bakterielle Infektion, wie z.B. eine Pneumonie oder eine Otitis media, begünstigen (5). In den USA und in Asien ist eine Influenza bei Kindern unter einem halben Jahr ein häufiger Grund zur Krankhauseinweisung. [...]
Jg. 42, S. 61; Ausgabe 08 / 2008
Vor sieben Jahren haben wir über eine Studie zur Behandlung des milden Gestationsdiabetes (GD) mit Glibenclamid (Glyburid) statt mit Insulin berichtet (1). In einem Leserbrief wurde damals vor der Verallgemeinerung der Studienergebnisse – keine signifikanten Nachteile für Mutter und Kind – gewarnt (2). Inzwischen aber hat sich die Anwendung dieses ursprünglich für kontraindiziert gehaltenen oralen [...]
Jg. 42, S. 13; Ausgabe 02 / 2008
Fische aus dem Meer enthalten 0,7-1,8 Gewichts-Prozent langkettige Omega-3-Fettsäuren (FS), deren Aufnahme mit der Nahrung für den Menschen „essenziell” ist. Außer Fisch enthalten bestimmte pflanzliche Öle wertvolle, aber nicht ganz gleichwertige, essenzielle FS. Hierüber haben wir im letzten Jahr berichtet (1). Das Gehirn besteht zu etwa 50% aus Fetten, deren FS überwiegend langkettig und mehrfach [...]
Jg. 41, S. 89; Ausgabe 12 / 2007
Zusammenfassung: Die Mehrheit der Studiendaten spricht gegen ein nennenswertes teratogenes oder entwicklungstoxisches Risiko von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI). Andererseits kann eine Assoziation spezieller Fehlbildungen mit einer SSRI-Einnahme im 1. Trimenon nicht ausgeschlossen werden. Doch selbst bei Annahme einer kausalen Assoziation lassen die ermittelten Odds ratios kein individuelles Risiko erkennen, das das Vorenthalten einer notwendigen Therapie begründet. [...]
Jg. 41, S. 69; Ausgabe 09 / 2007
Zu diesem Thema publizierte das BMJ kürzlich einen nützlichen Ratgeber (1). Grundsätzlich wird Frauen mit diesbezüglichen Fragen bzw. Problemen empfohlen, einen besonders sachkundigen Arzt zu konsultieren. Aber nicht immer ist ein solcher zu finden. Venöse Thromboembolien (TE) sind in der Schwangerschaft (SS) etwa zehnmal häufiger als bei nicht schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter. Frauen mit [...]
Jg. 41, S. 41; Ausgabe 06 / 2007
Zusammenfassung: Sexuell übertragbare Erkrankungen nehmen in den Großstädten der Industrieländer weiter zu. Die Gonorrhö ist nach den Chlamydieninfektionen international die zweithäufigste sexuell übertragbare Erkrankung. Für Deutschland liegen keine aktuellen Zahlen vor, da nach dem neuen Infektionsschutzgesetz die Gonorrhö nicht mehr meldepflichtig ist. Sentinel-Untersuchungen deuten jedoch auf eine unterschätzte Bedeutung dieser Erkrankung in Deutschland hin. Zunehmende [...]