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Welcher GP IIb/IIIa-Rezeptor-Blocker ist bei Koronarinterventionen zu empfehlen? Die TARGET-Studie

Stents, ADP-Rezeptor-Blocker (Clopidogrel) und GP IIb/IIIa-Rezeptor-Antagonisten (Abciximab = ReoPro, Tirofiban = Aggrastat, Eptifibatid = Integrilin) haben die koronaren Katheterinterventionen in den vergangenen Jahren wesentlich sicherer gemacht. Noch nicht ganz klar ist die Differentialindikation der verschiedenen zur Verfügung stehenden GPIIb/IIIa-Rezeptor-Antagonisten, die sich in ihren pharmakokinetischen und -dynamischen Daten und auch im Preis unterscheiden. Vereinfacht gesagt wirkt […]

Thrombolysetherapie beim Schlaganfall. Wurden die Leitlinien von der Industrie beeinflußt?

Eine wichtige Diskussion findet seit einigen Wochen im British Medical Journal statt. In der Ausgabe vom 23. März 2002 hat die Medizinjournalistin Jeanne Lenzer die Amerikanische Herzgesellschaft (AHA) wegen der Leitlinien zur Thrombolysetherapie des Schlaganfalls mit Alteplase stark angegriffen (1). Sie warf der AHA vor, ungerechtfertigt im August 2000 ihre Empfehlungen zur Thrombolysetherapie beim akuten […]

Diabetes mellitus Typ 2: Unterschiedliche Richtlinien zur Behandlung

Richtlinien zu Diagnostik und Therapie von Erkrankungen sollten ”Evidenz-basiert” sein. Daß man Evidenz unterschiedlich bewerten oder klinische Studien für mehr oder weniger mangelhaft halten kann, zeigt ein Vergleich der neuen therapeutischen Richtlinien für den Diabetes mellitus Typ 2 (DM2). Erstens gibt es die Nationale Versorgungs-Leitlinie (NL), die von der Bundesärztekammer, der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft […]

Das BfArM gibt bekannt: QT-Zeit-Verlängerungen nach Einnahme des Antihistaminikums Loratadin

Loratadin (Lisino u.a.), ein langwirkender H1-Blocker, ist in Deutschland für die symptomatische Therapie der allergischen Rhinitis und der chronischen Urticaria zugelassen und unterliegt seit 1994 nicht mehr der Verschreibungspflicht. Zu den zahlreichen Medikamenten, die für die Entstehung von QT-Zeit-Verlängerungen verantwortlich gemacht werden, gehören auch H1-Blocker. QT-Verlängerungen können zu ventrikulären Arrhythmien, sog. Torsade de pointes, und […]

Behandlung des fortgeschrittenen kleinzelligen Bronchialkarzinoms (SCLC) mit Cisplatin und Irinotecan: Fortschritt gegenüber etablierten Protokollen?

Etwa 60% der Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom (”small-cell lung cancer”, SCLC) befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in einem fortgeschrittenen Tumorstadium (”extensive disease”), in dem mit unterschiedlichen Therapieprotokollen eine hohe Remissionsrate (50-90%), jedoch nur eine mediane Überlebenszeit von 7-10 Monaten erreicht werden kann. Die Entwicklung neuer Zytostatika und deren Prüfung im Rahmen von klinischen […]

Risikoreduktion durch Simvastatin bei Arteriosklerose. Die MRC/BHF Heart Protection Study

Wieder einmal haben britische Forscher Studienergebnisse veröffentlicht, die zu einem Meilenstein in der Pharmakotherapie werden könnten. Weitgehend unabhängig von industriellem Sponsoring organisierten das Medical Research Council (MRC) und die British Heart Foundation (BHF) die Heart Protection Study (HPS), die in zwei Teilen im Juli 2002 im Lancet veröffentlicht wurde (Lancet 2002, 360, 7und 2002, 360, […]

WHI-Studie zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse mit Östrogenen/(Gestagenen) bei postmenopausalen Frauen nach 5,2 Jahren wegen ungünstigen Risikoprofils abgebrochen

Zum Grundstudium des Problems verweisen wir auf unseren Hauptartikel im Märzheft 2001 (1) und auf die vorstehende Kleine Mitteilung über HERS II (2). Die Women´s Health Initiative (WHI-Studie) wurde begonnen, da methodisch begründete Skepsis bestand gegenüber epidemiologischen Studiendaten, die dafür sprachen, daß eine Langzeit-Einnahme von Östrogenen/(Gestagenen) zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse geeignet ist. Insgesamt 16608 weitgehend […]

Wichtige neue Daten der HERS-II-Studie

Wir haben 1998 und 1999 im ARZNEIMITTELBRIEF bereits die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS) besprochen, eine doppeltblinde, randomisierte Studie zur Sekundärprävention der Koronaren Herzkrankheit (KHK) mit Östrogenen/(Gestagenen) bei postmenopausalen Frauen (1, 2). In unserem Leitartikel vom März 2001 (3) wurde nochmals darauf eingegangen. Die Auswertung von HERS nach 4,1 Jahren Laufzeit hatte vermehrt tiefe […]

Arzneitherapien an der Obergrenze der finanziellen Belastbarkeit. Beispiele Protonenpumpen-Hemmer, Interferon/Ribavirin und Infliximab in der Gastroenterologie

Zusammenfassung: An drei Arzneimittel-Beispielen aus der Gastroenterologie (Protonenpumpen-Hemmer, Interferon/Ribavirin, Infliximab) lassen sich einige Gründe für hohe Kosten und unterschiedliche Preisgestaltung zeigen. Protonenpumpen-Hemmer sind trotz moderater Tagestherapiekosten kostenintensiv durch ungesicherte Ausweitung der Indikationen. Die Kosten für die Therapie der chronischen Hepatitis C mit der Kombination Peginterferon plus Ribavirin lassen sich nur mangels therapeutischer Alternativen bei dieser […]

Leserbrief: Behandlung der Herzinsuffizienz mit Betarezeptoren-Blockern

Frage von Dr. W.J. aus Ravensburg: >> Vor allem bei der Indikation Herzinsuffizienz, aber auch bei Hypertonie, wird zunehmend als angeblich bessere Alternative Carvedilol im Vergleich zu anderen Betarezeptoren-Blockern beworben. Gibt es nach Studienlage (z.B. die CAPRICORN-Studie) objektive Gründe, Carvedilol vorzuziehen? Die CAPRICORN-Studie (1) untersuchte herzinsuffiziente Patienten mit Zustand nach akutem Myokardinfarkt. Sie waren – […]

Wie häufig werden ”Number Needed to Treat” (NNT) und absolute Risiko-Reduktion (ARR) in randomisierten kontrollierten Studien angegeben?

Verschiedene Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, daß die Mitteilung von Studienergebnissen als relative Risiko-Reduktion (RRR) die Therapieentscheidung von Klinikern eher beeinflußt als die Erwähnung der ARR, und die Wirksamkeit von Therapiestrategien, dargestellt als NNT, weniger Beachtung fand als entsprechende RRR- bzw. ARR-Angaben (1, 2). Dieses Phänomen wurde von der pharmazeutischen Industrie rasch erkannt […]

Hypospadien häufiger bei Enkeln von Frauen, die in der Schwangerschaft Diethylstilbestrol eingenommen haben

In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden viele Frauen wegen drohendem Abort etc. in der Schwangerschaft mit dem ersten synthetischen Östrogen, Diethylstilbestrol (DES), behandelt. Später stellte sich heraus, daß Töchter der so behandelten Frauen ein stark erhöhtes Risiko hatten, in jungen Jahren an einem Scheiden- oder klarzelligen Zervix-Karzinom zu erkranken. DES wurde […]

Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) verbessert den Glukose-Stoffwechsel bei Diabetes mellitus Typ 2

GLP-1 ist ein Sekretionsprodukt des Dünndarms, das nach Nahrungsaufnahme sezerniert wird und in den Pankreasinseln die Insulinsekretion stimuliert und die Glukagonsekretion supprimiert. Bei Diabetes mellitus (DM) Typ 2 ist die intestinale GLP-1-Sekretion vermindert, und die Insulinsekretion nimmt (bei weiterbestehender Insulinresistenz) im Laufe der Jahre kontinuierlich ab. Diese Befunde lassen es möglich erscheinen, daß ein Defekt […]

Behandlung des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) mit Platin-haltigen Kombinationen der dritten Generation

Etwa 70% der Patienten mit NSCLC haben zum Zeitpunkt der Diagnose eine lokal fortgeschrittene, inoperable oder bereits metastasierte Erkrankung und kommen deshalb für eine palliative Polychemotherapie, evtl. in Kombination mit Operation und Bestrahlung, in Betracht. Leider sind die Therapieergebnisse mit Cisplatin-haltigen Chemotherapiekombinationen unbefriedigend. Nach Chemotherapie mit Kombinationen der ersten oder zweiten Generation leben ein Jahr […]

Prophylaxe Antibiotika-assoziierter Diarrhöen durch Komedikation von Hefen oder Laktobakterien

Diesem interessanten Thema sind eine Metaanalyse von A.L. D´Souza et al. aus London (Brit. Med. J. 2002, 324, 1361) und ein Editorial von F. Barbut und J.L. Meynard aus Paris (gleiches Heft S. 1345) gewidmet. 5-30% aller mit Antibiotika behandelten Patienten entwickeln mehr oder weniger schwere Diarrhöen (Antibiotika-assoziierte Diarrhö = AaD), die nach Beeinträchtigung der […]