Jg. 59, S. 38; Ausgabe 05 / 2025
Die Prävalenz von Deliren bei hospitalisierten Patienten steigt mit zunehmendem Alter: sie wird bei den > 64-Jährigen mit 25% und bei den > 85-Jährigen mit bis zu 64% angegeben . Schwere Erkrankungen, chirurgische Eingriffe und invasive Beatmung erhöhen das Risiko. Delire verursachen nicht nur einen höheren Pflegeaufwand und zusätzliche Kosten, sondern sind auch mit einer erhöhten Sterblichkeit [...]
Jg. 59, S. 39; Ausgabe 05 / 2025
Neuinfektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) sind seit 2010 weltweit um 35% gesunken; dennoch stieg in bestimmten Risikogruppen die Inzidenz an, wie zum Beispiel bei Frauen in Afrika , , . In reichen westlichen Ländern gibt es spezielle Risikogruppen: Cisgender-Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender-Frauen , . In den USA betrafen 67% der Neuinfektionen im Jahr 2022 [...]
Jg. 59, S. 40DB02; Ausgabe 05 / 2025
Unter der Überschrift „Combating vaccine revisionism“ hat „Nature Medicine“ seine Leserinnen und Leser dazu aufgefordert, entschieden und aktiv allen Behauptungen entgegenzutreten, es gebe nicht genügend Beweise für die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen . Aufhänger dieser Initiative sind die aktuellen Entwicklungen in den USA. Dort wurden in den ersten 4 Monaten dieses Jahres bereits 12 lokale [...]
Jg. 59, S. 25; Ausgabe 04 / 2025
Fallbericht: Ein 62-jähriger, übergewichtiger Mann mit Typ 2-Diabetes mellitus und stabiler koronarer Herzkrankheit stellt sich wegen zunehmender Beschwerden im Bereich der Fuß- und Handgelenke in einer Klinikambulanz vor. Erfahrene Rheumatologen stellen die Diagnose Gicht, die neben Laborbefunden auch durch Gichtknoten gestützt wird und verschreiben u.a. eine Packung Febuxostat, welche der Patient bis zu Ende nimmt. Drei [...]
Jg. 59, S. 27; Ausgabe 04 / 2025
Die Entscheidung ob, wie und wie intensiv eine kardiovaskuläre (kv) Prävention erfolgen sollte, ist Gegenstand vieler Diskussionen . Von vielen Institutionen werden verschiedene Risikomodelle und -rechner vorgeschlagen, dazu auch unterschiedliche Interventionsschwellen und Therapieziele. Dabei sind Validität und prädiktive Werte dieser Rechenmodelle und Empfehlungen oft unklar. Zudem hängt die Aussagekraft der Risikorechner stark vom Lebensalter ab [...]
Jg. 59, S. 29; Ausgabe 04 / 2025
Wir haben im ARZNEIMITTELBRIEF wiederholt über Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen (Onkologika) berichtet, die trotz fehlender oder nur unzureichend vorliegender Ergebnisse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit in den USA, aber auch in Europa beschleunigt zugelassen worden waren , , . Ein Ziel dieser beschleunigten Zulassungen von Onkologika war und ist es weiterhin, neuartige Arzneistoffe, für [...]
Jg. 59, S. 30; Ausgabe 04 / 2025
Die chronische Rhinosinusitis mit nasalen Polypen ist eine klinisch heterogene inflammatorische Erkrankung , . Eine Sonderform ist charakterisiert durch chronische Rhinosinusitis mit nasalen Polypen, Analgetika-induziertem Asthma bronchiale und nicht-allergischer Hypersensitivität auf Acetylsalicylsäure (ASS) bzw. andere COX-1-Inhibitoren. Diese Konstellation – erstmals 1922 durch Widal et al. beschrieben – wird seit 1968 als Samter-Trias oder Samter-Syndrom bezeichnet. [...]
Jg. 59, S. 31; Ausgabe 04 / 2025
Kommt nach der „eminenzbasierten“ Medizin und der evidenzbasierten Medizin nun die „influencerbasierte“ Medizin? Diese Entwicklung scheint sich abzuzeichnen, wenn man die enorme Zunahme von „Accounts“ mit medizinischen Inhalten („Medical Influencer“, „Medfluencer“, „Health/Healthcare Influencer“) in sozialen Medien wie Instagram, TikTok, Youtube, Facebook, X und deren Popularität beobachtet: 80% aller auf sozialen Medien aktiven Nutzer suchen dort [...]
Jg. 59, S. 32DB01; Ausgabe 04 / 2025
Unter dem Motto “Die EbM der Zukunft – packen wir’s an” fand Ende März in Freiburg die Jahrestagung des „Netzwerk Evidenzbasierte Medizin“ (EbM) statt. In den Räumlichkeiten der Freiburger philologischen Fakultät, der ehemaligen Wirkungsstätte der Phänomenologen Edmund Husserl und Martin Heidegger, kamen schätzungsweise 600 Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, überwiegend wohl [...]
Jg. 59, S. 17; Ausgabe 03 / 2025
Die Prävalenz von Angststörungen bei Erwachsenen in Deutschland soll laut Robert Koch-Institut bei rund 13% liegen (Frauen 15%, Männer 11%) und während der Corona-Pandemie zugenommen haben . Je nach Auslöser und Art werden spezifische Phobien (häufigste Angststörung), soziale Phobie, Panikstörungen, generelle Angststörung (GAD) u.a. unterschieden . Die GAD (ICD: F41.1) ist gekennzeichnet durch eine übermäßige Angst [...]
Jg. 59, S. 19; Ausgabe 03 / 2025
Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen gegen Krebs gilt heute als eine vielversprechende neuartige Strategie, insbesondere bei hämatologischen Neoplasien, wie beispielsweise Non-Hodgkin-Lymphomen und Multiplem Myelom (MM; , . Bereits 2018 wurden von der „European Medicines Agency“ (EMA) als erste CAR-T-Zelltherapien Kymriah® (Tisagenlecleucel) und Yescarta® (Axicabtagene ciloleucel) für die Behandlung von Blutkrebserkrankungen zugelassen . Die Vorsitzende des „Committee for [...]
Jg. 59, S. 20; Ausgabe 03 / 2025
Etwa 50 bis 60% der Bevölkerung über 50 Jahre kennt schmerzhafte nächtliche Muskelkrämpfe . Dies sind über wenige Sekunden bis mehrere Minuten (im Mittel 9 Minuten) anhaltende, sichtbare und tastbare Dauerkontraktionen einzelner Muskeln oder ganzer Muskelgruppen . Hauptsächlich sind die Wadenmuskeln und das Fußgewölbe betroffen, wobei es zu einer starken Plantarflexion mit sehr schmerzhafter Krümmung der Zehen [...]
Jg. 59, S. 21; Ausgabe 03 / 2025
Unter diesem Titel ist Anfang 2024 von Pharmazeutinnen und Hämato-/Onkologen aus der Schweiz in der Zeitschrift Onkologische Pharmazie (Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis) eine aktuelle Übersicht zur Antikoagulation bei Tumorpatienten veröffentlicht worden . Angesichts des immer häufigeren Einsatzes von direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) und Arzneistoffen zur oralen Behandlung von Tumorerkrankungen widmete sich dieser Artikel auch [...]
Jg. 59, S. 22; Ausgabe 03 / 2025
Bei der bakteriellen Vaginose (BV; früher auch Aminkolpitis) ist das physiologische Milieu in der Scheide mit Laktobakterien (Döderlein-Stäbchen; Scheidenmikrobiota) aus dem Gleichgewicht geraten, vorwiegend durch Anaerobier. Dabei kann ein mehr oder weniger starker, dünnflüssiger, grauer Ausfluss bestehen, der nach Amin bzw. Fisch riecht. Man schätzt, dass weltweit 30% der sexuell aktiven Frauen davon betroffen sind [...]
Jg. 59, S. 23; Ausgabe 03 / 2025
Studien, die unabhängig von der Pharmaindustrie initiiert und durchgeführt werden, sind im Bereich der Pharmakotherapie eher selten. Noch seltener sind prospektive randomisierte Studien bei seltenen Erkrankungen, wie hier zur Therapie des Morbus Whipple, in der die Patienten ca. 10 Jahre lang eingeschleust und nach Therapieende noch mindestens 2 Jahre nachbeobachtet wurden . Der Morbus Whipple hat eine [...]