In den letzten Jahren hat sich in der Therapie des symptomatischen Vorhofflimmerns (Vofli) die Katheterablation etabliert – nach gemeinsamer Entscheidungsfindung und wenn die Herzfrequenz mit Antiarrhythmika nicht zufriedenstellend reguliert werden kann , ; s. Tab. 1). Dabei werden über einen venösen Katheter elektrisch aktive Areale im Bereich der Einmündung der Pulmonalvenen in den linken Vorhof über einen speziellen […]
Der zur Antagonisierung der Direkten Oralen Antikoagulanzien (DOAK) Apixaban (Eliquis®) und Rivaroxaban (Xarelto®) zugelassene Arzneistoff Andexanet alfa (EU: Ondexxya®; USA: Andexxa®; Hersteller AstraZeneca) ist in den USA seit 22. Dezember 2025 nicht mehr kommerziell verfügbar. Der Hersteller hat das Präparat „freiwillig“ vom Markt genommen, nachdem die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA „das Risiko höher als den Nutzen“ […]
Gerinnungshemmende Arzneimittel sind unverzichtbar in der Prävention und Therapie arterieller und venöser Thrombosen und Thromboembolien. Da sie inhärent das Blutungsrisiko erhöhen, muss bei jeder Verschreibung das individuelle Thrombose- und Blutungsrisiko abgewogen werden. Daran hat auch die Entwicklung der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK), die die Vitamin-K-Antagonisten (VKA) inzwischen in nahezu allen Indikationen ersetzt haben, nichts geändert. […]
Zur Prophylaxe kardioembolischer Ereignisse bei Patienten mit Vorhofflimmern (Vofli) haben sich heute direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) weitgehend durchgesetzt, teils mit und teils ohne Berechtigung . Ein wichtiges Argument für eine Behandlung mit DOAK ist, dass es unter einer 2,2-jährigen DOAK-Behandlung statistisch zu weniger intrazerebralen Blutungen (ICB) kommt als unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA): hämorrhagische Schlaganfälle: 0,4% vs. […]
Unter diesem Titel ist Anfang 2024 von Pharmazeutinnen und Hämato-/Onkologen aus der Schweiz in der Zeitschrift Onkologische Pharmazie (Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis) eine aktuelle Übersicht zur Antikoagulation bei Tumorpatienten veröffentlicht worden . Angesichts des immer häufigeren Einsatzes von direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) und Arzneistoffen zur oralen Behandlung von Tumorerkrankungen widmete sich dieser Artikel auch […]
Antidepressiva gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten überhaupt, speziell die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) zur Behandlung von Depressionen und vielen anderen Indikationen, oft mit unzureichender Evidenz und unsicherer Nutzen-Risiko-Relation . SSRI hemmen aber nicht nur den Serotonin-Transporter im Gehirn, sondern auch die im Rahmen der Blutgerinnung wichtige Thrombozytenaggregation. In den Thrombozyten ist fast das gesamte […]
Ischämische zerebrale Insulte betreffen überwiegend Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren und eindeutigen Emboliequellen, z.B. hochgradige Karotisstenose, permanentes Vorhofflimmern ohne Therapie mit Antikoagulanzien. Bei etwa einem Viertel aller Schlaganfälle ist jedoch keine Ursache offensichtlich erkennbar. Für diese Schlaganfälle hat sich in der Vergangenheit die Bezeichnung „kryptogen“ etabliert. Dabei handelt es sich allerdings um eine sehr heterogene und […]
Eine intrazerebrale Blutung (ICB) ist wohl der gefährlichste zerebrale Insult: Jeder zweite Betroffene stirbt innerhalb von 3 Monaten, 60% innerhalb eines Jahres . Häufigster Risikofaktor ist eine arterielle Hypertonie, besonders in Kombination mit einer oralen Antikoagulation (OAK). Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt in der S2k-Leitlinie zur „Behandlung von spontanen intrazerebralen Blutungen“ (gültig bis 30.6.2025) […]
Ein aktueller, kurzer, aber interessanter „Research Letter“ in JAMA Network Open beschreibt die Auswirkungen einer erweiterten Definition einer Erkrankung auf die Therapie einer anderen Erkrankung (): In den gültigen, 2017 publizierten Leitlinien der großen US-amerikanischen kardiologischen Fachgesellschaften „American College of Cardiology“ (ACC) und „American Heart Association“ (AHA) wurden die Blutdruckwerte, die eine arterielle Hypertonie definieren, […]
Jede orale Antikoagulation (OAK) bei älteren, gebrechlichen Patienten bedarf einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko, besonders wenn ein erhöhtes Sturzrisiko besteht. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt beispielsweise für die Sicherheit einer Therapie mit OAK, bei „extremer Gebrechlichkeit ± übermäßigem Sturzrisiko“ eine Überprüfung und Modifikation von Wohnverhältnissen und Lebensumständen vorzunehmen (). Zum […]
Antithrombotisch wirksame Medikamente gehören zu den am meisten verschriebenen Arzneimitteln. Häufige Indikationen für eine antithrombotische Langzeit-/Dauertherapie sind KHK und Vorhofflimmern (Vofli). Folgende Therapiekonzepte sind als Standard etabliert: bei KHK: – stabil: Antithrombozytäre Monotherapie mit ASS in der Sekundärprävention; bei selektierten Patienten auch in der Primärprävention; – nach elektiver oder akuter perkutaner Koronarintervention (PCI) oder akutem Koronarsyndrom (ACS): […]
Ein erhöhtes Schlaganfallrisiko nach dem CHA2DS2-VASc-Score (≥ 1 bei Männern, ≥ 2 bei Frauen) ist ein anerkanntes Kriterium, um zu entscheiden, welchen Patienten mit Vorhofflimmern (Vofli) eine Dauerantikoagulation verschrieben werden sollte. Bei paroxysmalem Vofli ist aber unklar, ab welcher konkreten „Vofli-Last“ (Zahl und Dauer der Episoden) der Nutzen einer Dauerantikoagulation (= reduzierte thromboembolische Ereignisse) das Risiko (= […]
Zur Prophylaxe von Schlaganfällen und Thromboembolien bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVofli) werden heute Direkte Orale Antikoagulantien (DOAK) bevorzugt verordnet. Sie sind – wenn sie richtig eingesetzt werden – vergleichbar wirksam wie Vitamin-K-Antagonisten (VKA), aber im Umgang praktikabler und mit weniger Blutungskomplikationen assoziiert (, ). Wir haben mehrfach darüber berichtet (). Eine chronische Niereninsuffizienz („Chronic […]
Lungenarterienembolien sind ein bekanntes Risiko nach Traumen, speziell auch nach Frakturen , , , . Derzeit wird die Injektion von niedermolekularem Heparin als Thromboseprophylaxe bei Patienten nach Frakturen empfohlen, besonders, um tödliche Embolien zu verhindern , , , . Es gibt jedoch keine Studien zur prophylaktischen Wirksamkeit im direkten Vergleich von Heparin mit Acetylsalicylsäure (ASS), […]
In der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern werden direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) häufig nicht so dosiert, wie es in Fachinformationen und Leitlinien empfohlen wird . Als Gründe für die Verschreibung niedrigerer Dosierungen (Off-Label-Dosisreduktion) werden Unklarheiten und Unsicherheiten hinsichtlich der individuell angemessenen Dosierung angenommen, aber auch wie die Vermutung, dass die jeweiligen Patienten ein […]