Jg. 58, S. 72DB01; Ausgabe 09 / 2024
Frage von Dr. J.S. aus F.: >> Ein heute 25jähriger Mann leidet bereits seit dem 20. Lebensjahr an starkem Haarausfall. Nach verschiedenen Therapieversuchen hat er von einem Hautarzt 1 mg/d Finasterid verschrieben bekommen mit dem Hinweis, dieses Medikament bei Nebenwirkungen wieder abzusetzen. Es traten schon innerhalb weniger Woche Probleme mit der Libido auf und nach etwa 4 Monaten [...]
Jg. 58, S. 57; Ausgabe 08 / 2024
Schlaganfälle werden nach ihrer Pathogenese in fünf Subtypen differenziert (TOAST-Klassifikation; ): Arteriosklerose der großen Arterien; Kardioembolie; Verschluss kleiner Gefäße; Schlaganfall mit ungewöhnlicher anderer, definierter Ätiologie (z.B. Dissektionen, fibromuskuläre Dysplasie, Vaskulitis u.a.; Schlaganfall unbestimmter Ätiologie (ESUS = Embolic Stroke of Undetermined Source). Etwa 25% der Patienten mit akutem ischämischem Insult sind im Verlauf von einem Rezidiv betroffen, [...]
Jg. 58, S. 59; Ausgabe 08 / 2024
Wie in allen Industrienationen nehmen auch in Deutschland die Verordnungen von Antidepressiva (AD) seit Jahren kontinuierlich zu, besonders die der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI; z.B. Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin). Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung haben die verordneten SSRI-Tagesdosen (DDD: Daily Defined Doses) zwischen 2013 und 2022 um 45% zugenommen, von 596 auf 860 Mio. . Zählt man 342 Mio. [...]
Jg. 58, S. 61; Ausgabe 08 / 2024
Wenn auch in einzelnen Indikationen in Frage gestellt (z.B. nach Myokardinfarkt: vgl. , , haben Betarezeptorenblocker (BB) weiterhin – teilweise auch wieder – einen hohen Stellenwert in der Behandlung einiger kardiovaskulärer Erkrankungen, wie z.B. Herzinsuffizienz, Tachyarrhythmie bei Vorhofflimmern (Vofli) und andere tachykarde Rhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Aortenaneurysma/-dissektion. In der Behandlung der arteriellen Hypertonie wurden BB von den [...]
Jg. 58, S. 62; Ausgabe 08 / 2024
Patienten auf Intensivstationen (Intensive Care Unit = ICU) haben ein erhöhtes Risiko für Stress-bedingte gastrointestinale Blutungen (GIB); dabei findet man endoskopisch oft gar kein eigentliches Ulkus, sondern diffuse Blutungen aus der Schleimhaut (Erosionen). Anders als bei beatmeten Patienten ohne besonderes Blutungsrisiko besteht bei Schwerstkranken mit Organdysfunktion immer noch Unklarheit darüber, ob eine „Stressulkus-Prophylaxe“ hinsichtlich des [...]
Jg. 58, S. 64; Ausgabe 08 / 2024
In der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) haben sich in den letzten Jahrzehnten viele neue Optionen aufgetan. Als wirklicher Durchbruch haben sich die „Tumor Necrosis Faktor“ (TNF)-Inhibitoren (anti-TNF-Therapie) erwiesen; sie gelten immer noch als Erstlinien-Therapie bei CED. Jedoch gibt es Patienten, die nicht oder unzureichend auf die anti-TNF-Therapie ansprechen oder inakzeptable Nebenwirkungen entwickeln , , [...]
Jg. 58, S. 64DB01; Ausgabe 08 / 2024
Das „Oncology Center of Excellence“ (OCE) der „U.S. Food and Drug Administration“ (FDA) hat im September 2019 unter dem Namen Orbis ein Projekt initiiert, das regulatorische Entscheidungen im Zulassungsprozess neuer medikamentöser Krebstherapien vereinheitlichen und dadurch effizienter gestalten soll. Vorrangiges Ziel dieses Projekts war es, vielversprechende neue Arzneistoffe zur Behandlung ihrer Krebserkrankungen Patientinnen und Patienten rascher [...]
Jg. 58, S. 49; Ausgabe 07 / 2024
Zu den Hitze-assoziierten Gesundheitsstörungen und -erkrankungen zählen Kollapszustände durch Dehydratation und Blutdruckabfall, hypovolämische Organstörungen (Nieren, Haut, Schleimhäute, Bronchien u.a.), neurokognitive Störungen und die Hitzekrankheit mit erhöhten Kerntemperaturen des Körpers (Übersicht bei ). Eine Zusammenfassung von 32 Publikationen aus Notfalleinrichtungen rund um den Globus ergab, dass während Hitzeperioden v.a. akute Lungenerkrankungen (Exazerbationen von Asthma und COPD), kardiovaskuläre Störungen [...]
Jg. 58, S. 51; Ausgabe 07 / 2024
Anlässlich des vor kurzem in Deutschland in Kraft getretenen Cannabis-Gesetzes haben wir auf Nutzen und Gesundheitsrisiken von Cannabis-Produkten hingewiesen – soweit sie bisher bekannt sind . Cannabis dürfte einen gewissen therapeutischen Nutzen haben in der Tumor- und Schmerztherapie, bei chronisch entzündlichen Darm- und einigen neurologischen Erkrankungen, wie Multiple Sklerose und Epilepsie . Der Gebrauch von [...]
Jg. 58, S. 52; Ausgabe 07 / 2024
Polypharmakotherapie bzw. Multimedikation ist ein großes Dilemma der modernen Medizin (bevorzugte WHO-Definition: gleichzeitiger Gebrauch von fünf oder mehr Arzneimitteln; , ). Sie ist einerseits Folge einer konsequenten Umsetzung evidenzbasierter Empfehlungen, kann aber durch Akkumulation von unerwünschten Wirkungen, Interaktionen und Medikationsfehlern andererseits selbst zu einem beträchtlichen Risiko werden. Beides trifft ganz besonders auf ältere, multimorbide Patienten zu. [...]
Jg. 58, S. 54; Ausgabe 07 / 2024
Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae (Gonorrhö) sind nach aktuellen Schätzungen der WHO weltweit die dritthäufigste sexuell übertragbare Krankheit . Bis zum Jahr 2022 gab es in Deutschland keine Meldepflicht für Gonorrhö, sodass bis dahin keine verlässlichen epidemiologischen Daten vorliegen. Nur im Bundesland Sachsen besteht seit 2001 eine Meldepflicht für den direkten Nachweis von Neisseria gonorrhoeae. Dort [...]
Jg. 58, S. 55; Ausgabe 07 / 2024
Das Hepatitis D-Virus (HDV) ist ein nur beim Menschen natürlich vorkommendes, defektes Virus, dessen Aktivität vom gleichzeitigen Vorhandensein des Hepatitis B-Surface-Antigen (HBSAg) abhängig ist. Wir hatten 2023, anlässlich der Publikation der MYR 301-Studie, über die Besonderheiten des Virus und der Hepatitis D berichtet und die Ergebnisse der Studie mit dem ersten spezifischen Wirkstoff Bulevirtid (Hepcludex®) vorgestellt . Zudem hatten [...]
Jg. 58, S. 56; Ausgabe 07 / 2024
Die eosinophile Ösophagitis ist eine autoimmune, chronisch-entzündliche Erkrankung der Speiseröhre, die bei längerem Verlauf durch Vernarbungen zu schwerwiegenden Strikturen führen kann. Symptome sind vor allem Schluckstörungen , , ; es kann aber auch zu Bolus-Verschlüssen mit akuter Symptomatik kommen. Psychische Komorbiditäten sind häufig , . Histologisch ist die Erkrankung durch vermehrte eosinophile Granulozyten in der [...]
Jg. 58, S. 56DB01; Ausgabe 07 / 2024
Hepatotoxische Arzneimittelwirkungen (Drug-induced liver injury = DILI) sind der wichtigste Grund für ein akutes Leberversagen und für die Marktrücknahme eines zugelassenen Medikaments in Europa und den USA. Wir haben über den Umgang mit dieser Problematik 2007 ausführlich am Beispiel orale Antikoagulanzien berichtet . Zur Inzidenz von DILI bei einzelnen Medikamenten ist wenig bekannt. Häufig genannt [...]
Jg. 58, S. 41; Ausgabe 06 / 2024
Zwischen 2% und 10% der älteren Menschen leiden unter Depressionen. Die Prävalenz ist höher, wenn bestimmte Komorbiditäten vorliegen: Bei geriatrischen Patienten im Krankenhaus beträgt sie > 30% und bei Patienten nach Schlaganfall, mit Krebs oder Parkinson-Erkrankung sogar > 40% . Die Diagnose und Behandlung von Depressionen im Alter erfolgt überwiegend in der Primärversorgung. Es gibt [...]