Aktuelle Ausgabe September 2026

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Ischämischer Schlaganfall trotz Antikoagulation. Abklärung und Weiterbehandlung [CME]

Was tun, wenn Patienten mit Vorhofflimmern (Vofli) trotz eines korrekt eingenommenen Antikoagulans einen ischämischen Schlaganfall erleiden? Die europäischen und US-amerikanischen Schlaganfall-Leitlinien gehen auf diese klinisch schwierige Situation bislang nur begrenzt ein. Kanadische Leitlinien empfehlen eine systematische Prüfung von Adhärenz, Dosierung, relevanten Arzneimittelinteraktionen, anderen Schlaganfallursachen und vaskulären Risikofaktoren. Bei Patienten, die ein direktes orales Antikoagulans (DOAK) [...]

Angststörungen im Alter: Eine Metaanalyse bestätigt Wirksamkeit von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern [CME]

Angststörungen gehören zu den häufigen psychischen Erkrankungen; sie können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und führen zu häufigen Arztkontakten. Wir haben mehrfach darüber berichtet . Von den > 60-Jährigen sollen bis zu 17% betroffen sein , doch wurden bei den meisten Studien zur Therapie von Angsterkrankungen Personen > 65 Jahre ausgeschlossen. Zwei Reviews von 2007 und 2012 zum Nutzen [...]

Therapie der palmaren und plantaren Hyperhidrose [CME]

Die palmaren und plantaren Hyperhidrosen zählen zu den fokalen Hyperhidrosen (fH), wie auch die axillären und kraniofazialen Formen. Ursache ist eine Fehlfunktion der ekkrinen Schweißdrüsen. Diese sind besonders zahlreich an Handflächen und Fußsohlen. Im Gegensatz zu apokrinen und apoekkrinen Schweißdrüsen, die einen eiweißreichen Schweiß sezernieren und zum individuellen Körpergeruch beitragen (Duftdrüsen), produzieren ekkrine Drüsen einen [...]

Teplizumab zur Verzögerung der Manifestation des Diabetes mellitus Typ 1: ein neuer Ansatz mit klinischen Vorteilen für Patienten?

Teplizumab ist ein humanisierter monoklonaler Anti-CD3-Antikörper. Durch die Bindung an CD3 verändert er die Aktivität von T-Lymphozyten und beeinflusst sowohl CD4+- als auch CD8+-T-Zellen. Dadurch soll die T-Zell-vermittelte Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen beim Typ-1-Diabetes (TD1) verlangsamt werden. Während der 14-tägigen Behandlung nehmen vorübergehend die zirkulierenden T-Lymphozyten ab mit einem Nadir etwa am 5. Behandlungstag; anschließend erholen [...]

Erratum

Eine aufmerksame Leserin hat uns auf zwei Fehler in unserem Artikel „Update zur Behandlung von Personen mit manifester Osteoporose und hohem Frakturrisiko“ hingewiesen (AMB 2026, 60, 57). Die Jahrestherapiekosten für 70 mg Alendronat sind in Deutschland niedriger als wir angegeben haben (ca. 200 €). Die aktuellen Kosten betragen derzeit 121,90 € pro Jahr. Außerdem gibt [...]

Der dritte FcRn-Modulator zur Therapie der Myasthenia gravis: Fortschritt oder Scheininnovation?

IgG-Autoantikörper sind die zugrundeliegende pathogenetische Ursache für die generalisierte Myasthenia gravis (gMG), da sie die neuromuskuläre Übertragung durch Bindung an den Acetylcholinrezeptor (AChR), die muskelspezifische Tyrosinkinase (MuSK) oder das Lipoproteinrezeptor-verwandte Protein 4 (LRP4) beeinträchtigen . Etwa 95% der Patienten mit gMG sind antikörperpositiv: 85% gegen AChR, etwa 8% gegen MuSK und etwa 1-2% gegen das LRP4 [...]

Empfehlung der Redaktion

Ischämischer Schlaganfall trotz Antikoagulation. Abklärung und Weiterbehandlung [CME]

Was tun, wenn Patienten mit Vorhofflimmern (Vofli) trotz eines korrekt eingenommenen Antikoagulans einen ischämischen Schlaganfall erleiden? Die europäischen und US-amerikanischen Schlaganfall-Leitlinien gehen auf diese klinisch schwierige Situation bislang nur begrenzt ein. Kanadische Leitlinien empfehlen eine systematische Prüfung von Adhärenz, Dosierung, relevanten Arzneimittelinteraktionen, anderen Schlaganfallursachen und vaskulären Risikofaktoren. Bei Patienten, die ein direktes orales Antikoagulans (DOAK) [...]

Update zur Behandlung von Personen mit manifester Osteoporose und hohem Frakturrisiko [CME]

Die Osteoporose ist eine chronisch progrediente Skeletterkrankung, deren strukturelle Knochenschäden – Verlust von Knochenmasse und stabilitätsvermindernde Veränderungen der Mikroarchitektur (Rarefizierung der Spongiosa) – zu belastungsinadäquaten Frakturen führen und durch nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Eine wirksame Behandlung (Möglichkeiten vgl. Tab. 1) muss wegen des relativ langsamen Knochenstoffwechsels langfristig ausgerichtet sein und das individuelle Frakturrisiko [...]

Auswirkungen von Lieferengpässen bei Arzneimitteln auf ärztliche Behandlungen

Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind seit mindestens 15 Jahren ein bedeutsames und ungelöstes Problem in unseren Gesundheitssystemen. Nach einer Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gab es 2025 in Deutschland 1.514 Meldungen zu 1.041 Lieferengpässen . Besonders stark waren zuletzt Psychopharmaka beteiligt (n = 130), und das Zi schätzt, dass etwa eine Million Kranke hiervon betroffen [...]

Keytruda®: Teuerstes Krebsmedikament – Mögliche Einsparpotenziale und wie Krankenkassen unnötig finanziell belastet werden

Unter diesem Titel wurde im ZDF am 14.4.2026 in der Sendung „frontal 21“ über Keytruda® (MSD = Sharp and Dohme) berichtet, das derzeit weltweit umsatzstärkste Arzneimittel . In diesem Zusammenhang wurde auch auf die in Deutschland erneut deutlich gestiegenen Gesundheitskosten hingewiesen. Keytruda® enthält den humanisierten monoklonalen „anti-programmed cell death 1 PD-1-Rezeptorantikörper“ Pembrolizumab, einen sog. Immuncheckpoint-Inhibitor, der [...]

Aktuelle Zuschriften

Leserbrief: Behandlung bei asymptomatischer COPD

Frage von Dr. R.G. aus M.: << Meiner Erfahrung nach wird bei nahezu allen Patienten, bei denen fachärztlich eine COPD diagnostiziert wird, eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Zudem wird von verschiedenen Meinungsbildnern die Notwendigkeit einer frühen Diagnosestellung betont, um eine solche Therapie einleiten zu können. Häufig geschieht das mit Verweis auf die IMPACT- und ETHOS-Studie, die [...]

Leserbrief: Statin-Myopathie (SAMS = Statin-Associated Muscle Symptoms)

Frage von Dr. K. aus L.: >> Ein 87jähriger Patient hat vor 3 Jahren einen Koronar-Stent und transkutan eine Aortenklappe (TAVI) bekommen. Er ist Pfeifenraucher und hat eine moderate Hypercholesterinämie. Außerdem bestehen eine arterielle Hypertonie und eine generalisierte Atherosklerose. Seit der Stent-Implantation nimmt er 20 mg/d Atorvastatin ein. Bis vor etwa 6 Monaten hat er dies gut toleriert. [...]

Meistgelesene Artikel

Polymyalgia rheumatica – in der Häufigkeit unterschätzt, oft spät erkannt und differenzialdiagnostisch vielfältig [CME]

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) ist eine chronisch-entzündliche immunologisch getriggerte Erkrankung unbekannter Ursache bei Personen > 50 Jahren. Frauen sind mit einem Anteil von bis zu 75% besonders häufig betroffen. Die Bezeichnung PMR ist etwas irreführend, denn in den Myozyten selbst finden sich keine pathologischen Veränderungen – aber in den Gefäßen der Muskulatur sowie Schleimbeuteln, Sehnenansätzen und im […]

Die neue S3-Leitlinie zum Schmerzmanagement bei geriatrischen Patienten [CME]

Physische und psychische Schmerzen gehören zum Leben. Ein schmerzfreies Leben ist gar nicht möglich. Entsprechend sollte die Vision einer schmerzfreien Gesellschaft nach Ansicht des Salzburger Philosophen Clemens Sedmak als eine Dystopie angesehen werden, also als Gegenteil einer Utopie. Hierzu zitiert er aus Aldous Huxleys „Brave New World“. Dort kommt es zur Begegnung des „Wilden“ John […]

Verbesserte Prognose von Personen mit hohem kardiovaskulärem Risiko durch PCSK-9-Hemmung – Die VESALIUS-CV-Studie [CME]

Die Senkung der atherogenen Lipoproteine (Non-HDL-, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B) durch Statine hat sich in allen Risikobereichen als wirksam erwiesen, bedeutsame kardiovaskuläre Ereignisse (MACE = „Major Adverse Cardiovascular Events“) zu verhindern. Der Nutzen ist qualitativ und quantitativ umso größer und tritt umso früher ein, je höher das Grundrisiko ist . Ob und inwieweit diese Einschätzung auch für […]

Unkomplizierte bakterielle Zystitis bei Frauen: erste Vergleichsstudie zur Wirksamkeit von vier kurzen antibiotischen Therapieregimen [CME]

Infektionen der unteren Harnwege (HWI, Zystitiden) sind bei Frauen häufig; etwa 10% erkranken einmal pro Jahr daran . Wirksame Prophylaxen sind u.a. eine größere Trink(Urin)menge und eine sorgfältige Hygiene im Intimbereich (vgl. ). Die aktuelle Leitlinie nimmt zu zahlreichen Ursachen und Verhaltensmaßnahmen bei rezidivierenden HWI Stellung . Für die antibiotische Therapie bei unkomplizierten HWI, also solchen, […]

Update zur Behandlung von Personen mit manifester Osteoporose und hohem Frakturrisiko [CME]

Die Osteoporose ist eine chronisch progrediente Skeletterkrankung, deren strukturelle Knochenschäden – Verlust von Knochenmasse und stabilitätsvermindernde Veränderungen der Mikroarchitektur (Rarefizierung der Spongiosa) – zu belastungsinadäquaten Frakturen führen und durch nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Eine wirksame Behandlung (Möglichkeiten vgl. Tab. 1) muss wegen des relativ langsamen Knochenstoffwechsels langfristig ausgerichtet sein und das individuelle Frakturrisiko […]

Gewichtsreduktion mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Aktuelles zum Wissensstand [CME]

In drei aktuellen systematischen Reviews untersucht Cochrane Deutschland die Effektstärke bei der Gewichtsabnahme mit zwei verschiedenen GLP-1-Rezeptor-Agonisten – Semaglutid und Liraglutid – bzw. dem dualen GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten Tirzepatid im Vergleich zu Placebo , , ). Liraglutid: Es wurden 24 randomisierte kontrollierte Studien (RCT) mit 9.937 Teilnehmern im Alter von 31,3-64,7 Jahren einbezogen, die überwiegend aus Ländern mit […]

Leserbrief: Statin-Myopathie (SAMS = Statin-Associated Muscle Symptoms)

Frage von Dr. K. aus L.: >> Ein 87jähriger Patient hat vor 3 Jahren einen Koronar-Stent und transkutan eine Aortenklappe (TAVI) bekommen. Er ist Pfeifenraucher und hat eine moderate Hypercholesterinämie. Außerdem bestehen eine arterielle Hypertonie und eine generalisierte Atherosklerose. Seit der Stent-Implantation nimmt er 20 mg/d Atorvastatin ein. Bis vor etwa 6 Monaten hat er dies gut toleriert. […]

Sicherheit von Statinen: Wie kommen Angaben zu Nebenwirkungen und Risiken in die Fachinformation? [CME]

Statine senken das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in der Sekundärprävention, wie Myokardinfarkte, Schlaganfälle und koronare Revaskularisationen und reduzieren damit die Gesamt- und die kardiovaskuläre Letalität. Auch das Sicherheitsprofil von Statinen ist gut erforscht und im Hinblick auf den Nutzen akzeptabel. Aktuelle CTT-Metaanalyse : In dieser Publikation zur Sicherheit von Statinen zweifeln die Cholesterol Treatment Trialists […]

Neue Analysen zu DOAK bei Älteren und Gebrechlichen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern [CME]

Etwa 20% der > 80-Jährigen haben nicht-valvuläres Vorhofflimmern (Vofli; ). Vitamin K-Antagonisten (VKA) verhindern Schlaganfälle wirksam, relativ um etwa 64% . Bei multimorbiden, älteren Patienten mit vielen Begleitmedikamenten und eingeschränkter Arzneimittel-Clearance kommen Blutungskomplikationen, einschließlich intrazerebraler Blutungen (ICB), gehäuft vor , . Aus Unsicherheit wurde älteren Patienten – trotz eindeutiger Indikation – eine orale Antikoagulation (OAK) mitunter vorenthalten oder mit […]

Allgemeine und medikamentöse Prophylaxe des postoperativen Delirs. Metaanalyse eines häufigen und schwierigen klinischen Problems [CME]

Bis zu einem Viertel älterer Patienten erleidet in der Woche nach einem größeren operativen Eingriff ein Delir. Es ist charakterisiert durch akute fluktuierende Störungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit und der allgemeinen Wahrnehmung bis hin zu Agitation und psychotischen Zuständen. Für Betroffene und Angehörige ist dies äußerst belastend und für das Klinikpersonal eine große Herausforderung. Außerdem […]

SGLT2-Inhibitoren – Ketoazidosen gibt es auch bei Patienten ohne Diabetes mellitus [CME]

SGLT2-Inhibitoren bei Diabetes mellitus: Dapagliflozin und Empagliflozin werden bereits seit > 15 Jahren zur Behandlung von Patienten mit Typ2 Diabetes mellitus (DMT2) eingesetzt (vgl. ). Gliflozine sind reversible, selektive kompetitive Inhibitoren des Sodium-Glucose-Cotransporters-2 (SGLT2). SGLT2 wird v.a. in der Niere stark exprimiert, und er ist der maßgebliche Transporter für die Rückresorption von Glukose aus dem glomerulären Filtrat. SGLT2-Inhibitoren […]

Ez-PAVE-Studie zu optimalen LDL-Cholesterinwerten [CME]

Im März wurde im N. Engl. J. Med. eine Studie zu Zielwerten für das LDL-Cholesterin veröffentlicht, die wir schon mehrfach gefordert haben. Wissenschaftler aus Südkorea haben nun in der offen durchgeführten Ez-PAVE-Studie zwei Zielwerte für das LDL-Cholesterin bei Patienten mit manifester atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Krankheit verglichen: < 55 mg/dl (1,4 mmol/l) vs. < 70 mg/dl (1,8 mmol/l). Der niedrigere Zielwert wird von der […]

Update Post COVID-Syndrom [CME]

Wir haben vor einem Jahr zuletzt über die Suche nach den klinischen Erscheinungsformen, den Ursachen und möglichen Therapien von Post-COVID-Syndromen berichtet (vgl. ) und möchten kurz auf den derzeitigen Entwicklungsstand eingehen. Es gilt inzwischen als gesichert, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht nur akute Beschwerden auslöst, sondern vor allem auch zu längerfristigen gesundheitlichen Beschwerden („Long COVID“ […]

Neuere Ergebnisse zu Risiken und Nebenwirkungen von Metamizol sowie Empfehlungen zur sicheren Anwendung

Schon lange ist bekannt, dass bei Behandlung mit Metamizol ein erhöhtes Risiko für eine Agranulozytose besteht und dass es deswegen nicht verordnet werden sollte bei gestörter Knochenmarkfunktion oder Erkrankungen des blutbildenden Systems , . Hierzu gehören vor allem auch Personen, bei denen bereits eine Agranulozytose durch Metamizol oder ähnliche Arzneimittel aufgetreten war, u.a. Pyrazolone, wie Phenazon […]

Acetylsalicylsäure zur „Primärprävention“ kardiovaskulärer Ereignisse bei älteren Erwachsenen: Langfristige Ergebnisse der ASPREE-Studie [CME]

Zum ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis niedrigdosierter Acetylsalicylsäure (ASS) in der „Primärprävention“ (zur Definition s.u.) atherosklerotischer kardiovaskulärer Ereignisse haben wir mehrfach kritisch berichtet , zuletzt zur Frage, ob eine bestehende ASS-Therapie abgesetzt werden kann . Die Empfehlungen nationaler und internationaler Leitlinien für ASS in der kardiovaskulären „Primärprävention“ beschränken sich auf Personen mit hohem oder sehr hohem Risiko und […]